Die ganztägige Veranstaltung „Equal Care Day 2026“ macht auf die gesellschaftliche Schieflage bei unbezahlter Sorgearbeit aufmerksam – ein Thema, das der SoVD Hamburg seit Jahren klar benennt: Unbezahlte Care-Arbeit wird überwiegend von Frauen übernommen und ist ein zentraler Faktor für Einkommensnachteile, geringere Renten und ein erhöhtes Risiko von Altersarmut bei Frauen.
Ob Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder die Organisation des Alltags – diese Arbeit ist unverzichtbar für unsere Gesellschaft, wird jedoch strukturell benachteiligt und kaum abgesichert. Der SoVD Hamburg kritisiert, dass Sorgearbeit nach wie vor als „private Aufgabe“ gilt, obwohl sie massive Auswirkungen auf Erwerbsbiografien und soziale Sicherheit hat. Besonders Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit oder steigen ganz aus dem Beruf aus – mit langfristigen finanziellen Folgen.
Der Equal Care Day greift diese Problematik auf und stellt Fragen nach einer gerechteren Verteilung und besseren Anerkennung von Sorgearbeit. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „CARE! Wenn aus Liebe Arbeit wird“ statt und richtet sich an alle, die sich mit Care-Arbeit beschäftigen – ob privat, beruflich oder politisch.
Das Programm umfasst unter anderem Vorträge, Workshops, Gesprächsformate sowie Mitmach- und Informationsangebote. Thematisiert werden unter anderem die Situation pflegender Angehöriger, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie politische und gesellschaftliche Lösungsansätze für mehr Care-Gerechtigkeit. Ein Mitmachprogramm für Kinder sorgt für Spaß und Bewegung.
Klaus Wicher, Vorsitzender des SoVD Hamburg, begrüßt die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema und macht deutlich: „Ohne eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit und eine bessere soziale Absicherung wird Gleichstellung nicht erreicht. Notwendig sind unter anderem eine rentenwirksame Anrechnung von Care-Zeiten, verlässliche Unterstützungsangebote und ein gesellschaftlicher Kulturwandel, der Sorgearbeit als gleichwertig anerkennt.“
Equal Care Day Hamburg 2026
Sonntag, 22. Februar 2026 | 11 bis 20 Uhr | Eintritt frei
Museum der Arbeit, Hamburg
Anmeldung und weitere Informationen zur Veranstaltung
