Die städtischen Hamburger Energieunternehmen haben im vergangenen Jahr mehr als 100 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet: „Leider kommt kein einziger Cent bei den Verbraucher:innen an – dieses Geld fließt direkt in die Kassen der Stadt. Die Stadt verdient also auf Kosten der Hamburger:innen, vor allem aber derjenigen, die arm sind. Stattdessen sollten die Menschen und Familien mit kleinen Einkommen bei Strom, Fernwärme und Gas entlastet werden. Das kann sich die Stadt ganz offensichtlich sehr gut leisten“, mahnt Klaus Wicher.
Die Preise für Strom, Gas und Fernwärme sind in Hamburg auf einem hohen Niveau – und das wird nach jüngsten Aussagen der städtischen Energieversorger auch so bleiben. Für Wicher ist dies nicht nachvollziehbar: „Hier hakt das System aber ganz gewaltig! Auf der einen Seite finanzieren die Hamburger:innen durch die Preise den Ausbau der Energienetze, von dem vor allem die Stadt profitieren wird, weil sie sich auf zukünftige Nutzungen vorbereitet. Diese Kosten werden auf alle Kund:innen umgelegt. Bei den daraus resultierenden Gewinnen bleiben sie aber außen vor, denn die kassiert die Stadt direkt ein.
Das ist nicht gerecht und trifft vor allem diejenigen besonders hart, deren Einkommen schon durch die hohen Mieten stark belastet sind. Für sie sind die hohen Energiepreise eine besondere Zusatzbelastung. Das ist aus meiner Sicht nicht in Ordnung: Gewinne aus dem Betrieb der Energienetze müssen Menschen mit kleinen Einkommen entlasten. Senior:innen mit kleiner Rente, Alleinerziehende, junge Familien aber auch Menschen mit Behinderung wären sehr dankbar, wenn die Stadt ihnen mit einem ‚Energierabatt‘ finanziell entgegenkommen würde.“ Dies sei umso notwendiger, weil auch die Aussetzung der Gasspeicherumlage von der Bundesregierung auf Eis gelegt wurde.
Wicher befürchtet, dass die Preise für Strom und Gas parallel zu den Netzentgelten weiter steigen: „Das wird Menschen in echte Notlagen bringen!“
