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Digitaler Impfpass und Teilhabe

„Dass der Senat den digitalen Impfpass fokussiert, ist gut. Aber: Beim Impfpass auf dem Smartphone ist die Hälfte der Senior*innen digital abgehängt. Das macht ihnen, aber auch Menschen mit kleinen Einkommen, die digitale Teilhabe am öffentlichen Leben zu Corona-Zeiten nicht leichter.“, so Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.

Das Gesundheitsministerium kündigte bundesweit den digitalen Corona-Impfpass an. Vollständig geimpfte Hamburger*innen sollen dieses digitale Dokument in Apotheken bekommen, um ihnen mehr Mobilität zu erlauben. Wer BioNTech oder AstraZeneca in den Messehallen bekam, erhält den digitalen Impfnachweis automatisch über einen QR-Code auf das Smartphone.

„Fast die Hälfte aller Senior*innen und auch Menschen mit kleinen Einkommen sind weiter auf Papier angewiesen. Nur jede*r Zweite über 65 Jahre hat überhaupt ein Smartphone und kann etwas mit dem QR-Code anfangen“, sagt Wicher. Er verweist auf eine aktuelle Studie der Initiative „Digital für alle“. Sie zeigt, dass 53 Prozent der Befragten über 65 Jahre kein Smartphone besitzen, nur die Hälfte der Senior*innen nutzt einen Laptop (53 Prozent) oder einen Desktop-PC (50 Prozent).

Vor diesem Hintergrund ist ein Antrag der GRÜNEN Fraktion in der Bürgerschaft zu interpretieren: „Rot-Grün forderte schon Ende 2019, im Antrag ‚WLAN in Pflegeheimen‘, den Senat auf, sich dafür einzusetzen, dass ein Digitalangebot im ‚Rahmenvertrag zur vollstationären pflegerischen Versorgung berücksichtigt wird‘. Der Zugang zum Internet bedeutet Zugang zu Informationen, Kommunikation und gesellschaftliche Teilhabe – wenn auch das notwendige Endgerät dafür vorhanden ist.“ Leider, so Wicher weiter, sei bisher noch nicht viel passiert: „Da muss jetzt Gas gegeben werden, damit das Internet und Smartphone bzw. Laptop im Pflegeheim für den Senat kein Neuland bleibt.“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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