Der SoVD Hamburg stellte drei Fragen an Peter Plate, Teamleiter bei der Hamburger Arbeitsassistenz. Die Hamburger Arbeitsassistenz unterstützt als Fachdienst Menschen mit Lernschwierigkeiten und/oder Behinderung bei der Teilhabe und Inklusion auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt.
Der Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ist für Menschen mit Behinderung nicht immer einfach, viele Arbeitgeber:innen zögern. Woran hapert’s?
Vermutlich wissen zögernde Arbeitgeber:innen zu wenig über die Chancen der Unterstützung und Förderung. Wir beraten Unternehmen, die an einer Einstellung von Menschen mit Behinderung interessiert sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten finanzieller und personeller Unterstützung für Arbeitgeber- und Arbeitnehmer:innen. Jobcoaches können bei Praktika und auch nach Einstellung langfristig an der Seite beider Vertragsparteien sein, um das Arbeitsverhältnis auf stabile Füße zu stellen.
Was hilft im beruflichen Inklusionsprozess?
Wir arbeiten viel mit jungen Menschen, die sich zuvor in einer unserer beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen orientieren und qualifizieren konnten. Während des Prozesses kommt es immer wieder zu Matching-Situationen für eine individuelle Arbeitsvermittlung. Wenn Betriebe die Arbeitsleistung der Praktikant:innen schätzen lernen, sind sie oftmals auch für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu interessieren. Insofern fast eine Binsenweisheit für Inklusionsprozesse: Es bedarf der Begegnung und der praktischen Erfahrung!
Wenn Sie sich etwas wünschen dürften, damit sich die Situation für Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verbessert – was wäre das?
Wir würden uns von manchen Betrieben und Unternehmen ein bisschen mehr Mut wünschen, Inklusion zu erproben – zum Beispiel über ein Praktikum, unterstützt durch unsere Jobcoaches und mit gesichertem Sozial- und Unfallversicherungsschutz. Insofern mein Wunsch, meine Hoffnung und Erwartung: Eine offenere, neugierige und interessierte Haltung für inklusive Erprobung und Erfahrungen!
