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Coronavirus: Risikofaktor Alter und Armut

Gerade ältere Menschen brauchen in diesen Zeiten besonderen Schutz. Angesichts Covid-19 fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD), Landesverband Hamburg, unbürokratische Hilfen für Ältere – sowohl in der Pflege als auch beim Bezug von Sozialleistungen.

Je länger die Corona-Pandemie anhält, desto schwieriger wird die Lage für die älteren Menschen in Hamburg. Zurzeit liegt der Altersdurchschnitt bei den Todesfällen bei 81 Jahren. „Das ist das eine. Aber neben dem Alter spielen auch die Vorerkrankungen und vor allem die wirtschaftliche Lage eine große Rolle, wie gut ich mit einer möglichen Infektion umgehen kann“, stellt der Hamburger SoVD-Landeschef Klaus Wicher fest. 

Allein in Hamburg haben über 27.000 Menschen so wenig Rente, dass sie auf Grundsicherung angewiesen sind. Auch unter den mehr als 18.000 Erwerbsminderungsrentnern gibt es viele, die mit dem Geld nicht auskommen.

All diese Menschen sind nicht nur älter, sondern auch arm – und das schmälert die Chance darauf, gesund zu bleiben. Klaus Wicher weiß: Der SoVD hat schon oft auf die Tatsache hingewiesen, dass arme Menschen nachweisbar eher krank werden und früher sterben. Wir müssen dies endlich ernst nehmen! In Zeiten von Corona bräuchten diese Menschen jetzt besonderen Schutz: „Wir erwarten vom Hamburger Senat, dass er unsere Forderungen aufnimmt und nach Kräften umsetzt.“

An den folgenden Stellen besteht besonderer Handlungsbedarf:

Alt, arm und einsam zu Hause


Empfänger von Grundsicherung im Alter und von Sozialgeld  brauchen in diesen Zeiten gezielte Hilfe. Sie haben wenig Mittel, um das Notwendigste zu kaufen. Hilfreich wäre es, unbürokratisch Geld oder Einkaufsgutscheine zur Verfügung zu stellen, damit diese Menschen sich einen Vorrat anlegen können. Die unbürokratische Auszahlung von zusätzlich 100 Euro pro Monat für die Zeit der Krise, wäre das beste Mittel.

Außerdem benötigen sie, wie alle älteren Menschen, Einkaufshilfen, damit sie zu Hause bleiben können. Mehr telefonische Fürsorge würde die Situation für sie zusätzlich erleichtern, der Einsamkeit etwas entgegensetzen und für ein gesundes Umfeld sorgen.

Altenheime


Pflegeheime sind jetzt besonders sensibel. Bewohner und Mitarbeiter müssen dringend angemessen geschützt werden. Dazu ist es unabdingbar, die medizinisch-technische Versorgung für die Hamburger Altenheime und die Pflegedienste verlässlich sicherzustellen. Zusätzlich fördert die erzwungene Insolation in den Einrichtungen Ängste und Depressionen. Deshalb sollte auch hier das telefonische Gesprächsangebot deutlich ausgeweitet werden. Beraten könnte sowohl die Heimaufsicht als auch die Seniorenberatung der Bezirke, die beide über Kompetenzen in diesem Bereich verfügen.

Häusliche Pflege


Wer zu Hause pflegt oder gepflegt werden muss, braucht genau den gleichen medizinischen Schutz wie Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeinrichtungen. Das heißt: auch pflegende Angehörige sollten ausreichend mit Schutzkleidung und Masken ausgestattet werden. Hier sollten mehr Ansprechpartner installiert werden, die regelmäßig erreichbar sind und Unterstützung organisieren können. Die Heimaufsicht der Bezirke könnte beratend helfen.

Für die Zeit nach dem Ende der Pandemie fordert der SoVD Hamburg den Schulterschluss von Politik und Gesellschaft, um wirksame Maßnahmen gegen Altersarmut zu ergreifen. Zudem müssen die Grundsicherungssysteme bedarfsgerecht ausgestaltet werden.


Der SoVD Hamburg ist auch jetzt für seine Mitglieder und Interessenten da. Nutzen Sie die Möglichkeit der telefonischen Beratung oder der Beratung per Mail:
040 / 611607-0 (-24, -31, -32, -34, -43)
info@sovd-hh.de

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