Direkt zum Inhalt springen

Corona-Warn-App: Schutz auch für die, die es sich nicht leisten können!

Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland in Hamburg, weist darauf hin, dass auch alte und arme Menschen an der neuen Corona-Warn-App teilhaben können müssen.

Schöne neue digitale Welt: Wer heutzutage kein Smartphone besitzt oder nicht das Internet nutzt, ist in unserer Gesellschaft inzwischen so gut wie abgehängt. „Gerade wird das sehr deutlich bei der neuen Corona-Warn-App, die verhindern soll, dass eine mögliche zweite Infektionswelle sich so ausbreitet, das wir wieder in den Lockdown zurückkehren müssen“ sagt Wicher.

Der Hamburger SoVD-Chef begrüßt die neue technische Möglichkeit, sich vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen. Dennoch würden vor allem diejenigen am unteren Rand der Gesellschaft davon nicht immer profitieren: „Es gibt genug Menschen, die gar kein Smartphone besitzen, entweder, weil Sie nichts mit dem Internet anfangen oder es sich schlicht nicht leisten können.  Aus der Seniorenarbeit in unseren Ortsverbänden kennen wir die Ablehnung, die viele Ältere gegenüber den modernen Smartphones haben. Sie weigern sich regelrecht, sich damit auseinanderzusetzen. Und zu erwarten, dass jemand, der Sozialleistungen erhält, sich jetzt wegen der App auf den neusten technologischen Stand bringt, sehe ich als eher unrealistisch an. Hier sollte die Sozialbehörde eine Regelung finden, um diese Menschen ins Boot zu holen.“

Vor allem um Senioren, die allein leben, sorgt sich Wicher. „Es gibt inzwischen natürlich viele von ihnen, die fit sind im Umgang mit dem Internet. Dennoch sind es vor allem die Älteren, die sich an dieser Stelle überfordert fühlen und wenig Unterstützung haben, den Umgang damit zu lernen: Wer das nicht hat, bleibt außen vor, wird die neue Warn-App nicht nutzen – und sich damit auch nicht schützen können.“

Wicher würde es begrüßen, wenn aus dem Hause der Gesundheitsbehörde eine schnelle, konstruktive Reaktion kommen würde: „Die ehemalige Senatorin Prüfer-Storcks hatte sich leider geweigert, Bedürftigen in Corona-Zeiten kostenlos Masken zu Verfügung zu stellen. Bei der Bereitstellung der Corona-App für alle Hamburgerinnen und Hamburger könnte ihre Nachfolgerin, Frau Dr. Leonhardt, dies besser machen und der Gesundheitspolitik des neuen Senats ihren eigenen Stempel aufdrücken.“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
Top bewertet bei Google
4,1 von 5 ★★★★★
232 Bewertungen