Dass sich das Gros der Hamburger:innen sich gegen eine Olympiabewerbung ihrer Stadt ausgesprochen haben, sollte der Senat zum Anlass nehmen, seine politischen Schwerpunkte für die kommenden drei Jahre zu überdenken, meint Klaus Wicher, SoVD-Landesvorsitzender.
„Dass die Mehrheit in der Stadt dagegen gewählt hat, ist natürlich erst einmal eine herbe Enttäuschung für die vielen Bürger:innen und Politiker:innen, die sich mit vollem Herzen und Überzeugung dafür engagiert haben. Trotzdem sollte der Senat dieses Votum auch als Chance sehen, Teile seiner Politik zu hinterfragen und neu aufzustellen“, empfiehlt Klaus Wicher den Mitgliedern des Hamburger Senats.
Der SoVD-Landesvorsitzender hatte im Vorfeld dafür Hamburg plädiert, dass, sollten die Bürger:innen für die Ausrichtung der Spiele votieren, unbedingt mit Blick auf soziale Nachhaltigkeit und gerechte Teilhabe geplant werden müsse: „Ich schließe aus der Ablehnung auch, dass die Hamburger:innen für die Zukunft andere Prioritäten für die Stadt sehen. Wohnungsbau, Barrierefreiheit, gerechte Teilhabe auch für die, die sich das sonst nicht leisten können, der besondere Schutz von bedürftigen jungen Menschen und einer immer größer werdenden Zahl von Senior:innen – offenbar hat es die Stadt nicht geschafft, die Hamburger:innen davon zu überzeugen, dass sie diese großen Probleme angehen und gleichzeitig Olympische und Paralympischen Spiele ausrichten kann. Ich glaube, hier haben die Hamburger:innen mit hanseatisch klarem Kopf entschieden und bewiesen, dass sie gesunden Menschenverstand haben!“, sagt Wicher. „Das Votum gegen Olympia sollte dem Senat vielmehr Ansporn sein, die echten Probleme der Stadt mit Tatkraft anzugehen.“
Wohlhabende Stadtteile, wie zum Beispiel Blankenese, Rissen oder Volksdorf hatten für Olympia gestimmt, während sich ärmere wie Altona, Harburg, sowie Teile von Mitte und Wandsbek dagegen ausgesprochen hatten.
