Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitglieder,
Die Armut in der Stadt ist massiv angestiegen. Deswegen hat der SoVD zusammen mit dem Mieterverein zu Hamburg, dem DGB und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband einen Armutsgipfel veranstaltet, um das Thema in den Mittelpunkt zu stellen, wo es auch hingehört. Armut nimmt den Menschen Chancen, verschlechtert die Gesundheit und drängt sie an den Rand der Gesellschaft.
Ein Grund für Armut ist der Verlust des Arbeitsplatzes – für viele Menschen bedeutet dieser nicht nur den Wegfall einer Beschäftigung, sondern langfristig auch den Verlust von Struktur, sozialer Teilhabe und Hoffnung. Maßnahmen des sozialen Arbeitsmarkts können Menschen all dies zurückgeben – allerdings leider viel zu wenigen. Die Gründe, warum Menschen nicht arbeiten, sind vielfältig. Dazu zählen gesundheitliche Belastungen, familiäre Probleme und schwierige Lebenslagen. Die Weiterentwicklung unseres sozialen Arbeitsmarktes ist für mich deshalb mehr als nur eine politische Aufgabe – sie ist eine Frage von sozialer Gerechtigkeit und Verantwortung. Die Mär vom „faulen Arbeitslosen“, die gerade auf Bundesebene wieder heruntergebetet wird, ist vielfach widerlegt, stigmatisierend und menschenverachtend. Anstatt die eigentlichen Probleme anzugehen, wird gegen Bürgergeldempfänger:innen gehetzt, Kürzungen im Sozialbereich werden als alternativlos dargestellt. Das sind sie mitnichten. Als SoVD Hamburg fordern wir: Den sozialen Arbeitsmarkt stärken – mit verlässlichen Strukturen, ausreichend Plätzen und Förderung, die nicht kurzfristig, sondern dauerhaft wirkt – für die Menschen selbst, aber auch innerhalb unserer sozialen Infrastruktur. Quartiersarbeit, Begegnungsstätten oder Sozialkaufhäuser sind wichtige Pfeiler des gemeinschaftlichen Lebens. Hier können langzeitarbeitslose Menschen in den jeweiligen Projekten der Beschäftigungsträger viel Gutes tun und teilhaben. Das ist der Kitt für unsere Gesellschaft, der nicht bröckeln darf.
Ein Team, das auch Gutes tut und Menschen am Osdorfer Born günstig mit Kleidung und Alltagsdingen versorgt, ist das Team des SoVD-Sozialkaufhauses Cappello. Es braucht jedoch dringend Verstärkung und sucht Menschen, die Lust haben, sich einmal in der Woche ehrenamtlich zu engagieren. Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei sind.
Ihr Klaus Wicher
Landesvorsitzender
