Auf der einen Seite ein Rekord an Beschäftigung, auf der anderen Seite eine steigende Zahl an Arbeitslosen – die Arbeitsmarktzahlen für den Januar sind aus Sicht Klaus Wichers vor allem für die Schwächsten alarmierend. Er fordert für sie mehr Aus- und Fortbildung sowie die verlässliche Finanzierung der Beschäftigungsträger: „Ich bin mir sicher, dass das klug investiertes Geld wäre!“
Hamburg, 30. Januar 2026. Der Arbeitsmarkt Hamburg steht in diesem Jahr vor großen Herausforderungen. Zwar gibt es rund 14.000 nicht besetzte Jobs, „für die braucht es aber ausgebildete Fachkräfte, die in der Stadt fehlen“, sagt Wicher. Auf der anderen Seite stehe eine steigende Zahl an Menschen, deren Chancen sich auf dem Arbeitsmarkt massiv verschlechtern: „Es gibt immer mehr junge Leute, die keinen Schulabschluss haben, Branchen wie die Gastronomie stehen vor einen Umbruch und Menschen, die lange Zeit arbeitslos waren, haben große Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt und sind so gut wie chancenlos.“
Die Januarquote von 8,6 Prozent sollte die Verantwortlichen durchaus als Weckruf sehen: „Der SoVD Hamburg fordert von der Stadt, dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit, in diesen Bereich zu investieren. Es gibt einen Riesenbedarf an Fachkräften, dazu braucht es Qualifizierung und Förderung. Insgesamt muss schneller und flexibler auf Veränderungen am Arbeitsmarkt reagiert werden.
Eine sehr wichtige Rolle spielen zudem die Beschäftigungsträger, die langzeitarbeitslosen Menschen dabei helfen, wieder in den Beruf zurückzufinden: „Sie sichern den sozialen Standort Hamburg. Der Träger Alraune aus Steilshoop versorgt rund 25 Schulen mit gesundem Mittagessen, andere betreiben Sozialkaufhäuser, Cafés und bieten denjenigen, die wenig haben, ein wenig mehr Lebensqualität zum kleinen Preis. Beschäftigungsträger sind ein wichtiges Instrument, wenn es darum geht, für die beruflich Abgehängten neuen Chancen zu erarbeiten. Sie brauchen unbedingt eine verlässliche Basisfinanzierung – das wäre gut investiertes Geld!“
