Direkt zum Inhalt springen

Arbeitslosengeld an der Supermarktkasse

„Hier werden Menschen unnötig stigmatisiert“ – Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender des Sozialverbands SoVD Hamburg, ist empört über den Plan, Arbeitslosen und Hilfebedürftigen in aller Öffentlichkeit Vorschüsse auszuzahlen.

Bezieher von Arbeitslosengeld I und II sollen in Zukunft in dringenden Fällen ihr Geld direkt im Supermarkt abholen. Ab April 2018 können diejenigen, die nicht über ein eigenes Konto verfügen oder einen Vorschuss benötigen mittels eines vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur ausgestellten Belegs bei Rewe, Penny, Real, dm und Rossmann Bargeld bekommen.  

„So ein Verfahren ist mit einer ganz hohen Peinlichkeit verbunden, das kommt einem Sozialouting gleich“, moniert der Hamburger SoVD Landesvorsitzende Klaus Wicher. „Hier werden Menschen unnötig stigmatisiert, das geht gar nicht“, so Wicher weiter.

Die Vorschusszahlung an der Supermarktkasse soll die Kassenautomaten in Jobcentern und Arbeitsagenturen ersetzen, aus denen Betroffene bisher ihr Geld ziehen konnten. Mit der neuen Maßnahme sollen die Kosten für deren Unterhalt eingespart werden, denn jede Bar-Transaktion kostet momentan acht Euro. Ein Umstand, den nun Menschen am unteren Rand der Gesellschaft ausbaden sollen, meint Klaus Wicher: „Weil der Staat offenbar nicht in der Lage ist, dieses technische Problem zu lösen, wälzt er es auf die Ärmsten der Armen ab.“ Aus seiner Sicht ein Armutszeugnis für Jobcenter und Arbeitsagentur: „Hier fehlt es offensichtlich an Managementqualitäten.“ Wicher appelliert an den Verantwortungssinn des Chefs der Arbeitsagentur: „Herr Scheele, hier sind Sie gefordert!“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
Top bewertet bei Google
4,1 von 5 ★★★★★
232 Bewertungen