Fast jede:r dritte Hamburger:in hat Angst davor, sozial abzusteigen. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey, das im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD) die Menschen nach ihren Perspektiven für dieses Jahr befragte: „Interessant ist, dass es auch im Mittelstand eine steigende Unsicherheit gibt. Das muss den Verantwortlichen zu denken geben!“, warnt Klaus Wicher, SoVD-Landesvorsitzender.
Die Angst vor einem sozialen Abstieg erreicht auch in Hamburg immer mehr Menschen: 13,9 Prozent machen sich sehr große, und 21,2 Prozent große Sorgen um ihren sozialen Status, befürchten finanzielle Einbußen, weniger Infrastruktur im Umfeld, weniger soziale Teilhabe oder steigende Einsamkeit. Je jünger, desto größer die Sorge: „Bei den zwischen 16 bis knapp 50-Jährigen sieht fast die Hälfte der Befragten ihren sozialen Status als unsicher an! Hier habe ganz offensichtlich ein Vertrauensverlust stattgefunden: „Das muss die Politik ernst nehmen!“, warnt Wicher.
Fast die Hälfte aller Familien und rund 36 Prozent der Alleinlebenden machen sich Sorgen um ihre Teilhabe: „Es ist offensichtlich, dass sich gerade Eltern mit Kindern, auch in Hamburg, nicht genügend unterstützt fühlen. Dabei sind Kinder unsere Zukunft, hier könnte die Stadt mit einem Familiengeld neues Vertrauen schaffen. Das fängt übrigens schon damit an, dass man die Geburtsurkunde des eigenen Kindes in einem vertretbaren Zeitraum erhält.“
Ebenso deutlich sei, dass es in vielen Berufen steigende Unsicherheit gebe: „KI verändert die Arbeitswelt rasant, viele Jobs werden in naher Zukunft verschwinden. Die Mieten sind hoch, Inflation macht unser Leben, gerade in Hamburg immer teurer. Es wundert also nicht, dass sich knapp 56 Prozent der Arbeiterschaft und fast die Hälfte, 40 Prozent, der Angestellten von einem sozialen Abstieg bedroht sehen. Interessant ist, dass dies inzwischen weitere Teile des Mittelstands erreicht, denn 40,6 Prozent der leitenden Angestellten teilt diese Sorgen!“.
