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Altersarmut wächst – Tafeln am Limit

SoVD Hamburg fordert bessere staatliche Maßnahmen

„Immer mehr Rentner:innen sind von Altersarmut bedroht oder betroffen. Sie müssen zur Tafel gehen, um sich ernähren zu können. Das zeigt, dass der Staat seinen grundgesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Wir leben in einem sozialen Rechtsstaat. Wenn wir darauf stolz sein wollen, müssen wir auch seine Anforderungen erfüllen, allen soziale Sicherheit und Gerechtigkeit zu garantieren. Für vieles gibt es Entlastungspakete, warum nicht für bedürftige Rentner:innen?“, mahnt der Hamburger SoVD-Landeschef Klaus Wicher.

Immer mehr Menschen rutschen in die Altersarmut und sind auf Transferleistungen angewiesen. Gemäß Statistischem Bundesamt stieg im Jahresvergleich die Zahl der Grundsicherungsbeziehenden um 12 Prozent. Wicher: „Dies wirft nicht nur ein bezeichnendes Bild auf unsere Rentengesetze, sondern auch darauf, wie die Absicherung in der Grundsicherung ist – deutlich zu gering! Auch beim Bürgergeld muss nachgebessert werden. Mindestens 150 Euro monatlich fehlen, um über die Runden kommen zu können. Bis es eine bundeseinheitliche Erhöhung der Regelsätze um eben diesen Betrag gibt, ist Hamburg gefordert, die Grundsicherung im Alter nach dem Vorbild der Stadt München aufzubessern.“

Viele Tafeln müssen zunehmend durch Geldspenden unterstützt werden. Nur so können sie in dieser Zeit noch Bedürftigen helfen. „An die Stelle der staatlichen Pflicht tritt das Ehrenamt.“, stellt der SoVD-Landeschef fest und kritisiert die Verkehrung des Subsidiaritätsprinzips: „Es ist aus sozialstaatlicher Sicht nicht Aufgabe der Tafeln, den Menschen das Überleben zu sichern. Und es gehört auch nicht zum Selbstverständnis der Tafeln, in Teilbereichen des öffentlichen Lebens an die Stelle des Staates zu treten.“

Er stellt die Einsatzbereitschaft der Tafelaner heraus, fordert aber: „Das Übel muss grundsätzlich angepackt werden – die Zahl der Armen muss sinken. Daran muss sich eine Politik, ob Bundesregierung oder Hamburger Senat, die soziale Sicherheit und Gerechtigkeit im Programm hat, messen lassen. Dabei geht es nicht um Almosen oder Barmherzigkeit. Am Anfang war die Tafel gedacht als zusätzliches Angebot, heute müssen viele die „Gaben“ in ihrem Budget fest einplanen.“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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