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„Altersarmut fördert soziale Spaltung“

Sozialverband SoVD Hamburg fordert Gesamtkonzept des Senats und bietet Mitarbeit bei der Entwicklung an.

Immer mehr ältere Menschen in der Hansestadt leben von Grundsicherung oder müssen ihre Rente durch Arbeit aufbessern. Zwei Anfragen der Fraktion „DIE LINKE“ in der Hamburgischen Bürgerschaft hatten bestätigt, dass sich der Anteil der Grundsicherungsempfänger im Alter seit 2004 von 14.157 Menschen auf 24.807 Menschen im Jahr 2016 nahezu verdoppelt hat. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Seniorinnen und Senioren, die geringfügig beschäftigt sind, um ein Viertel. 

„Ein Gesamtkonzept zur Armutsvermeidung und -bekämpfung gibt es bisher nicht – das ist die größte Schwäche des jetzigen Senats“, so Klaus Wicher, Hamburger Landesvorsitzender des Sozialverbands SoVD Hamburg. Altersarmut sei ein Teilaspekt eines Problems, das alle Generationen betrifft, vor allem aber Senioren, Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose. All diese Personengruppen hätten es besonders schwer, sich allein aus ihrer Situation zu befreien und seien deshalb auf Hilfe angewiesen. 

Als Maßnahmen gegen Armut und soziale Spaltung fordert der SoVD Hamburg: 

  • Alle zwei Jahre einen Armuts- und Reichtumsbericht mit ausführlicher Betrachtung der Sozialstrukturen
  • Hoher Anteil an neu erstellten Sozialwohnungen, für Senioren, Behinderte, Alleinerziehende und junge Menschen
  • Eigenständige Grundsicherung für Kinder und Jugendliche
  • Mehr kostenlose Teilhabe an Kultur
  • Sozialtarif zur Sicherstellung der Stromversorgung für Bedürftige
  • Keine Strom- und Wassersperren, Einrichtung einer Clearingstelle
  • Kostenloses Sozialticket für den Öffentlichen Personennahverkehr 

Wicher ist von der nur schleppend vorankommenden Entwicklung eines Gesamtkonzepts seitens des Hamburger Senats enttäuscht: „Als größter Verband in der Hansestadt werden wir nicht bei der Planung einbezogen. Unsere Kompetenz wird leider nicht abgefragt.“ Wicher betonte ausdrücklich, dass sich der SoVD selbstverständlich auf Wunsch gern einbringen werde.  

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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