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Alleinerziehende qualifizieren und steuerlich entlasten

Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband SoVD Hamburg, fordert „zur Qualifizierung auch eine soziale Flankierung, um Alleinerziehenden Arbeitsplätze zu ermöglichen, der für die gesamte Familie auskömmlich sind.“

„Die Ausbildungsoffensive der Agentur für Arbeit und der Sozialbehörde ist ein richtiger Weg, Alleinerziehende zu qualifizieren und damit auf den Weg in einen Job zu bringen. Doch mit der beruflichen Qualifizierung einher gehen muss auch eine Qualifizierung des Arbeitsumfeldes und der Arbeitskultur. Sonst bleibt der politische Wille, Beruf und Familie zu vereinbaren, folgenlos. Denn viele Frauen arbeiten oft nur Teilzeit, befristet oder zu Niedriglöhnen, da oft flexible Hilfen für die Kinder fehlen“, so Klaus Wicher, 1. Vorsitzender des SoVD Hamburg.

„Wir brauchen zur Qualifizierung auch eine soziale Flankierung, also mehr unterstützende Maßnahmen, um Alleinerziehenden Arbeitsplätze zu ermöglichen, der für die gesamte Familie auskömmlich sind. Dazu gehören Kitas ebenso wie Hausaufgabenhilfen, flexible Kinderbetreuungen  und Jugendhilfe.“ Das Ziel sei, die Vermittlung in existenzsichernde und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. „Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit Alleinerziehende kein Synonym für Hartz IV sind“. So ist das Risiko in Deutschland, in Armut zu geraten, besonders hoch für alleinerziehende Frauen: 40 Prozent aller Alleinerziehenden erhalten Hartz IV, 90 Prozent sind Frauen.

Wicher verweist in diesem Zusammenhang auf Erkenntnisse der OECD, dass Geringverdiener und Alleinerziehende die – im Verhältnis - größte Steuerlast tragen und am wenigsten von steuerlichen  Entlastungen der vergangenen Jahre profitieren. Bei kinderlosen Spitzenverdienern minderten sich die Abzüge zwischen 2000 und 2010 von 56,3 Prozent auf 51,5 Prozent, also um fast fünf Prozent. Bei Alleinerziehenden, die nur die Hälfte des Durchschnittseinkommens erzielen, reduzierten sich Steuern und Abgaben nur um zwei Punkte auf 29,7 Prozent. Dieser Wert liegt um fast 14 Punkte über dem Durchschnitt aller OECD-Länder.

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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