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10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK): Armutszeugnis für Hamburger Arbeitsmarkt

Am 26. März 2009 trat die UN-BRK in Deutschland in Kraft – mit dem Ziel, mehr Inklusion für behinderte Menschen zu erreichen. Morgen jährt sie sich zum zehnten Mal. Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg, zieht Bilanz.

Insgesamt 4.746 Hamburger Unternehmen, die mindestens 20 Mitarbeiter haben, müssen bis zum 31. März 2019 Auskunft darüber geben, wie viele ­Beschäftigte mit Behinderung in ihrem Betrieb arbeiten. Was die Zahlen angeht, erwartet der Hamburger SoVD-Chef Klaus Wicher keine Erfolgsmeldungen: „Laut Agentur für Arbeit Hamburg müsste es 36.900 Pflichtarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geben. Knapp ein Drittel, das sind über 11.000 Stellen, bleiben allerdings Jahr für Jahr unbesetzt. 1.600 Betriebe beschäftigen keinen einzigen behinderten Menschen. Die Arbeitgeber zahlen lieber eine Ausgleichsabgabe, statt den Betroffenen eine Jobperspektive zu geben.“

Wäre man in Hamburg mit der Inklusion weiter, hätten die zwischen 2.900 und 3.100 Menschen mit Behinderung, die arbeitslos gemeldet sind, längst einen Job: „Das ist ein Armutszeugnis für Hamburgs Unternehmer“, kritisiert Wicher. Er appelliert vor dem 10. Jahrestag der UN-BRK an die Wirtschaft: „Bekennen Sie sich zur Inklusion, übernehmen Sie Verantwortung! Beschäftigen Sie mehr Menschen mit Behinderung, statt die Ausgleichsabgabe zu zahlen!“

Laut Integrationsamt Hamburg zahlten Arbeitgeber im Jahr 2016 über 31.607.000 Euro Ausgleichsabgabe, für 2017 und 2018 werden ähnliche Summen erwartet.

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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