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„ioki Hamburg“ vor dem Aus in Lurup und Osdorf

Bündnis um SoVD Hamburg protestiert

Beim ersten großen Showdown auf der Kundgebung am vergangenen Sonnabend vor dem Lurup-Center protestierte SoVD-Landeschef und Initiator Klaus Wicher gemeinsam mit Fürsprecher:innen aus dem Stadtteil gegen den Abbau des Shuttle-Service.

„Über 730.000 Nutzer:innen sind Teil der Erfolgsgeschichte von ioki im Hamburger Westen – jetzt soll der Zubringerdienst kommentarlos, ohne Beteiligung der Bezirkspolitik und der Menschen vor Ort, eingestellt werden. Diese Ungerechtigkeit nehmen wir nicht hin, wir wehren uns!“, so Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.

Zusammen mit dem Stadtteilbeirat Borner Runde, dem Stadtteilbeirat Luruper Forum und der Luruper Verkehrs AG hat der SoVD Hamburg vor Ort ein starkes Bündnis geschmiedet, das sich für den Erhalt des ioki-Angebots einsetzt. Denn viele Menschen in Lurup und Osdorf seien auf den günstigen und barrierefreien Elektroshuttle, von der Haustür zur nächsten Bus- oder Bahn-Haltestelle, angewiesen:

„Der Hamburger Westen braucht dieses Mobilitätsangebot als Ausgleich für die fehlende Schienenanbindung und bereits ersatzlos eingestellte Schnellbuslinien dringend. Die Leidtragenden wären – wie so oft – vor allem unsere älteren Mitbürger:innen und Menschen mit Behinderungen. Aber auch für die vielen Empfänger:innen von Sozialleistungen oder Familien mit kleinem Geldbeutel wäre das Aus von ioki ein großer Verlust und eine spürbare Einschränkung ihrer Mobilität und Teilhabemöglichkeiten.“, stellt Wicher klar.

Nach dem Willen des Hamburger Verkehrsverbundes HVV soll der flexible On-Demand-Service ab dem nächsten Jahr durch MOIA ersetzt werden. Für den SoVD-Landesvorsitzenden sind die Ride-Sharing-Busse jedoch keine Alternative – zu viele Menschen würden künftig ausgeschlossen: „ioki ist konkurrenzlos günstig und in den HVV-Tarif integriert. Wer ein Ticket besitzt, zahlt für die Fahrt also nur einen Euro obendrauf. MOIA ist dagegen teuer. Viele Menschen werden sich das nicht mehr oder nur noch schwerlich leisten können. Andere bleiben sogar gänzlich auf der Strecke: Für Rollstuhlfahrer:innen hat MOIA bislang zum Beispiel gar keinen Platz.“

Der ioki-Service in Lurup und Osdorf ist täglich rund um die Uhr auf Abruf verfügbar und kann per App bestellt werden – ganz nach Fahrgastwunsch. Im April dieses Jahres wurde das Konzept mit dem Deutschen Verkehrswendepreis ausgezeichnet. Für Wicher noch zwei gute Gründe mehr, sich für die Weiterführung des Angebots im Hamburger Westen stark zu machen.

Von Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks fordert er, die Entscheidung umgehend zurückzunehmen und ioki nicht von seinem ersten erfolgreichen Einsatzort abzuziehen. Vielmehr müsse das Mobilitätsangebot auf zusätzliche Stadtteile ausgeweitet werden. Für die Zukunft wünscht sich der Hamburger SoVD-Chef jedoch einen flexibleren Buchungs- und Bezahlservice, der nicht nur auf die App beschränkt ist, damit wirklich alle Menschen von dem Angebot profitieren können.

Zur Rede Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender SoVD Hamburg [95 KB]

Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender SoVD Hamburg

Margret Heise, Stadtteilbeirat Borner Runde

Sabine Tengeler, Stadtteilbeirat Luruper Forum

Udo Schult, Luruper Verkehrs AG