Direkt zum Inhalt springen

News & Service

Hier sehen Sie aktuelle Meldungen rund um unsere Arbeit. Über die folgende Navigation können Sie die Beiträge filtern – und sich Meldungen zu einem ausgewählten (oder allen) Themengebiet(en) anzeigen lassen.

Preissteigerung bringt Bedürftige immer mehr in Bedrängnis

Preise für Energie und Wohnen sind in Hamburg deutlich höher als anderswo.

Die Preise für Energie, Wohnen aber auch für Gesundheit und Lebensmittel sind in Hamburg deutlich höher als anderswo. Hamburger SoVD-Landeschef Klaus Wicher: „Zusätzlich steigt die Inflation, die vor allem diejenigen trifft, die nur wenig haben. Auch für dieses Jahr ist eine Inflationsrate von bis zu fünf Prozent prognostiziert. Dem muss der Senat Rechnung tragen, als allererstes mit einem Zuschuss zur Grundsicherung im Alter aus eigenen Mitteln. Geringverdiener:innen und finanzschwache Familien sollten Unterstützung durch ein erhöhtes Wohngeld bekommen“. 

Hamburger:innen, die nur wenig zum Leben haben, müssen sich immer mehr einschränken. Alles wird teurer, die Inflationsrate liegt derzeit bei über vier Prozent. Vor allem die kalte Jahreszeit belastet die Portmonees der Hamburger:innen, denn sie müssen für Energie und Strom deutlich mehr ausgeben. Laut Heizspiegel steigen die Preise für Fernwärme um neun Prozent, bei Erdgas sind es 13 und bei Heizöl sogar 44 Prozent. Auch die Strompreise ziehen deutlich an: Ein Ein-Personen-Haushalt muss jetzt im Monat zwischen 51,16 Euro (Vattenfall) und 66,94 Euro (Yello) für 1500 kwh Strom ausgeben. „2022 sind im Regelsatz allerdings nur 38,08 Euro monatlich dafür vorgesehen. Auch die Regelsatzbemessung für Alleinerziehende mit Kindern, sie liegt in diesem Jahr bei 101,84 Euro, ist zu niedrig, denn für 3500 kwh zahlt man jetzt monatlich zwischen 105,60 Euro (Vattenfall) und 141 Euro (Lichtblick). Für alle Hartz IV-Empfänger:innen, aber auch alle anderen Hamburger:innen mit kleinem Einkommen sind die steigenden Energiepreise ein richtig dickes Brett und bedeutet, dass sie die Kosten an anderer Stelle einsparen müssen“, stellt Wicher klar.

Auch die steigenden Preise für Lebensmittel sind für Wicher Anlass zur Sorge: „Kaffee kostet über 30 Prozent mehr, für Brot und Gemüse muss man heute ein Viertel mehr ausgeben als vor einem Jahr“, sagt Wicher. Immer mehr Menschen wüssten nicht mehr weiter und versorgten sich bei den Tafeln: „Dort stehen nicht nur immer mehr Hartz IV-Empfänger:innen in der Schlange, sondern auch die Verlierer der Corona Krise, nämlich diejenigen, die von Kurzarbeitergeld leben mussten sowie Senior:innen, die eine kleine Rente haben oder von Grundsicherung leben. Auch in unserem Sozialkaufhaus Capello im Osdorfer Born haben wir immer mehr Kund:innen, die sich mit Kleidung, Kinderspielzeug und Hausrat versorgen!“. 

Die Erhöhung des Hartz IV-Satzes um knauserige drei Euro im Monat könne das natürlich überhaupt nicht ausgleichen: „Hier geht es um eine Erhöhung von schmalen 0,75 Prozent. Damit kann sich kein:e Alleinerziehende:r mehr für sich und ihre Kinder leisten, auch für die Senior:innen und Langzeitarbeitslosen bringt dieser Betrag keinerlei Erleichterung. Die Erhöhung ist aus meiner Sicht schlicht und einfach eine Kürzung durch die Hintertür. Schon deshalb muss Hamburg ein Signal setzen, das soziale Kompetenz zeigt. So, wie es München schon seit Jahren macht, muss auch der hanseatische Senat in die Schatulle greifen und die Grundsicherung im Alter erhöhen!“ Auch Sachmittel wie FFP2 Masken sollte der Senat Bedürftigen kostenfrei zur Verfügung stellen.