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MOIA-Preiserhöhung: „Fatal für die Ärmsten der Armen“

Zum Jahresbeginn wird MOIA die ÖPNV-Zubringerangebote im Hamburger Westen von ioki übernehmen: „Wir haben frühzeitig davor gewarnt, dass diese Entscheidung nicht im Sinne der Nutzer:innen in Lurup und Osdorf ist – nun haben sich bereits vor dem Start unsere Befürchtungen bestätigt“, kritisiert der Hamburger SoVD-Landesvorsitzender, Klaus Wicher, scharf. Denn parallel zum HVV hat auch MOIA Preiserhöhungen für Januar angekündigt: „Knapp 610.000 Menschen haben den ioki-Zubringershuttle genutzt, gerade in den strukturschwachen Stadtteilen war es ein gut bezahlbares Angebot, dass man sich noch leisten konnte. Eine Preiserhöhung ist gerade in diesen Zeiten absolut fatal“.

Bevor Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende, ein Machtwort sprach, gab es lange Diskussionen über den angedachten Wechsel von ioki zu MOIA: „Der SoVD Hamburg hat sich immer für den Erhalt von ioki ausgesprochen. Der Fahrdienst hatte sich etabliert, gerade für die Älteren in Lurup und Osdorf war er eine kostengünstige Möglichkeit, raus zu kommen, stressfrei zum Einkaufen oder zum Arzt zu fahren, mehr am Leben teilzuhaben“, erläutert Wicher.

Dann kam das Aus für ioki: „Vor allem in Lurup hatte sich, auch unterstützt vom SoVD, deutlicher Wiederstand geregt. Leider umsonst, denn am Ende hat Tjarks aus meiner Sicht im Alleingang entschieden“, sagt Wicher.

Er sieht diese Entscheidung kritisch: „Wir haben gleich vermutet, dass mit dem Anbieterwechsel eine Preiserhöhung kommen wird. Nun ist sie da und man weiß noch nicht mal, wie hoch sie ausfällt – wahrscheinlich höher als die geplanten neuen HVV-Preise. Aus meiner Sicht hat Herr Tjarks gerade den Menschen, die wenig haben, keinen Gefallen getan. Sondern im Gegenteil dafür gesorgt, dass ihnen in Zukunft Teilhabe vorenthalten wird“. Wicher fordert zum wiederholten Male, dass der HVV für diejenigen, die bedürftig sind, komplett kostenlos sein muss: „Herr Tjarks sollte kurz vom Rad steigen und vielleicht mal im Hamburger Westen mit den Ärmsten der Armen sprechen. Die Verkehrswende ist wichtig, aber sie muss auch diejenigen mitnehmen, die auf ÖPNV angewiesen sind – und dies muss deutlich niedrigschwelliger werden. MOIA muss die gleichen Fahrpreise anbieten wie der Vorgänger ioki. Und die Stadt sollte nicht die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen in den Stadtteilen aus dem Auge verlieren!“