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Menschen mit wenig Geld brauchen dringend günstige Lebensmittel

Die Preise für Verbraucher:innen steigen–ein Ende ist derzeit nicht absehbar. Vor allem das Einkaufen für den täglichen Bedarf wird spürbar teurer: „Besonders Produkte, die man täglich braucht, kosten deutlich mehr. Hier werden die Discounter und der Einzelhandel gebeten, dafür zu sorgen, dass diese Grundnahrungsmittel nicht exorbitant teuer werden und in ausreichender Menge vorhanden sind“, mahnt Klaus Wicher, Hamburger SoVD-Landesvorsitzender.

Gerade Speiseöle und Getreideprodukte wie Nudeln und Weizenmehl sind derzeit ungewöhnlich teuer: „Damit versorgen sich vor allem Haushalte, die auf jeden Cent schauen müssen. Bis zum Ausbruch des Angriffskrieges gegen die Ukraine waren diese Lebensmittel günstig. Wer viel hat, kann dies auch weiterhin locker bezahlen, allerdings fällt das denjenigen, die wenig haben, immer schwerer“, so Wicher.

In diesem Zusammenhang erinnert er die Händler:innen an ihren Versorgungsauftrag. Sie sollten sicherstellen, dass die wichtigsten Lebensmittel bezahlbar bleiben. Wicher wendet sich aber auch an die Produzenten: „Gerade die Verbraucher:innen mit kleinen Einkommen sind existenziell abhängig von günstigen Angeboten. Auch die Lebensmittelproduzenten müssen sich diesen neuen Bedingungen anpassen und mehr günstige Produkte herstellen. Markenprodukte sind in heutigen Zeiten nicht mehr für jede:n bezahlbar, der Bedarf an günstigen Alternativen wird aber immer größer. In diesem Zusammenhang waren die Eigenmarken immer schon eine günstige Alternative. Das reicht aber nicht mehr aus.“

Wicher fordert, dass bei den Grundnahrungsmitteln und wichtigsten Produkten stets ein oder zwei besonders im günstigen Segment angeboten werden: „Das würde sehr helfen und wäre ein großartiges Zeichen von Solidarität“, so Wicher.

Er befürchtet: „Wenn wir das nicht hinkriegen, wird dies dazu führen, dass wir auch im Supermarkt eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickeln. In diejenigen, die sich alles weiterhin leisten können und in diejenigen, die danebenstehen und deren Einkaufskorb sehr leer bleiben müssen. Das schürt Neid und spaltet auch an dieser Stelle die Gesellschaft. Eine gefährliche Entwicklung, die wir unbedingt verhindern müssen!“

Eine aktuelle Umfrage des Ifo Institut hat ergeben, dass sich Verbraucher:innen auf weitere Verteuerungen von Lebensmitteln einstellen müssen. Fast jede:r befragte Händler:in gab an, dass er höhere Preise plant. Derzeit geht man davon aus, dass die Preise im deutschen Lebensmitteleinzelhandel im Durchschnitt in diesem Jahr um mehr als zehn Prozent steigen werden. Damit werden die Verbraucher:innen pro Kopf durchschnittlich 250 Euro mehr in diesem Jahr ausgeben müssen.