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Kosten-Steigerung im Pflegeheim: Pflege darf keine Armutsfalle sein!

Angesichts der massiv steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege fordert der Hamburger SoVD-Landeschef Klaus Wicher die Politik zum sofortigen Handeln auf, um den Menschen Sicherheit und Planbarkeit zu geben.

Wer in einer Alten- oder Pflegeeinrichtung lebt, muss immer mehr dafür berappen. Bundesweit zahlt man im Schnitt für einen Heimplatz 2.200 Euro pro Monat. In Hamburg ist die stationäre Pflege noch teurer. Umso härter trifft die Erhöhung der Eigenanteile zum 1. September die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen: Mehrere Hundert Euro zusätzlich sind die Regel. Hauptgründe sind die Inflation samt extremer Kostensteigerung für Energie und Lebensmittel. Bezahlen kann das alles kaum jemand – Angst vor der Zukunft und Verzweiflung treibt die Betroffenen um.

Klaus Wicher, Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg, appelliert: „Ein Platz im Heim darf kein unbezahlbarer Luxus sein! Statt die Menschen auf Grundsicherungsniveau fallen zu lassen und sie durch Armut zu stigmatisieren, muss die Stadt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen entlasten und in einem Zwischenschritt die einkommensabhängige Einzelfallförderung wiedereinführen.“

Diese Förderpraxis gab es in Hamburg bereits, sie wurde aber 2010 eingestellt. Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gewähren diese Zuschüsse nach wie vor.

„Darüber muss die Hansestadt aber künftig die volle Verantwortung für das Vorhalten einer leistungsfähigen, ausreichenden und wirtschaftlichen Versorgungsstruktur übernehmen und für die Investitionskosten aufkommen.“, so Wicher weiter. Diese schlagen mit gut 20 Prozent der gesamten Pflegekosten zu Buche.

Viele Menschen würden es als großes Scheitern empfinden, wenn sie sich nicht mehr selbst finanzieren können, obwohl sie oftmals ein Leben lang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Aus diesem Anlass erneuert der Hamburger SoVD-Chef seine Mahnungen an die Politik und hat grundlegende wie weiterreichende Forderungen formuliert: „Die Eigenanteile an den Pflegekosten müssen umgehend begrenzt werden, um pflegebedürftige Menschen finanziell zu entlasten und das pflegebedingte Armutsrisiko zu reduzieren. Weiter muss die Einführung einer Pflegevollversicherung endlich in Angriff genommen werden!“