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News & Service

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Gesundheit und Pflege 2024

Fachkräftemangel, Krankenhausreform, Arztsitzverteilung – die großen Baustellen im Gesundheitssystem kommen nicht aus den Schlagzeilen. Da muten Entscheidungen darüber, ob Globuli nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt werden oder Cannabis erlaubt werden soll, wie Nebenkriegsschauplätze an. Für Hamburgs SoVD-Chef Klaus Wicher muss es im neuen Jahr vor allem um die vertragsärztliche medizinische Versorgung und um Pflege gehen. „In Hamburg sind manche Viertel besonders mit Ärzt:innen unterversorgt“, erläutert Wicher. „Kürzlich eröffnete die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) ihre erste Kinderarztpraxis in Rahlstedt. Das ist eine der Lösungen, die wir schon oft vorgeschlagen haben. Diesen Weg muss die KVH nun konsequent weitergehen.“

2024 ändert sich einiges, aber die große Reform bleibt bisher aus. Was neu und spürbar ist: Das elektronische Rezept wird Pflicht. Es gibt nun drei Wege, an das verschriebene Medikament zu kommen: Entweder, man trägt den guten alten rosa Papierausdruck in die Apotheke, man legt hier die Gesundheitskarte vor, auf dem das Rezept gespeichert ist, oder man nutzt eine App per Smartphone. Digital wird es auch grundsätzlich. Ab 2024 muss jede gesetzliche Krankenkasse ihren Versicherten eine digitale Identität geben. Diese gibt´s aber nur auf Wunsch. Wer sie ablehnt, kann allerdings nicht per Smartphone das E-Rezept einlösen oder in die elektronische Patientenakte blicken. Eine andere Änderung ist nicht digital, sondern finanziell: (Gesetzlich versicherte, berufstätige) Eltern können nun pro Kind 15 bezahlte Kinderkrankentage nehmen. Zur Erinnerung: Während Corona gab es 20 Tage, aber bis 2020 nur zehn Tage. Alleinerziehende kümmern sich nun 30 Tage bezahlt um die Kinder.

Auch für mehr Transparenz will der Gesetzgeber im neuen Jahr sorgen: So müssen Pflegekassen halbjährlich klipp und klar darlegen, welche Kosten sie für welche Leistungen abrechnen. Und: Ab Mai 2024 sollen, so ist es geplant, alle in einem Online-Krankenhaus-Atlas recherchieren können. Er soll Auskunft geben, was Kliniken können, wie sie technisch und personell ausgestattet sind, worauf sie spezialisiert sind – und wie häufig es zu Komplikationen kam. Ob das für Hamburger:innen groß etwas verändert, ist fraglich. Denn Hamburg dokumentiert bereits seit 2007 mit dem Hamburger Krankenhausspiegel, wie die Krankenhäuser der Stadt ausgestattet sind und welche Fachgebiete sie abdecken.

Leistungen für die häusliche Pflege werden, so die Politik, auch verbessert: Die Pflegekasse zahlt nun 5 Prozent mehr Pflegegeld: Es kann flexibel genutzt werden für pflegende Angehörige oder für 24-Stunden-Pflege. Das Plus je nach Pflegegrad ergibt monatlich 16 bis 45 Euro. Auch für Sachleistungen in der ambulanten Pflege gibt es 5 Prozent mehr. Ein Vorteil zudem für pflegende, berufstätige Angehörige: Sie bekommen nun pro Jahr Pflegeunterstützungsgeld für zehn Arbeitstage, also 90 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bisher konnten Angehörige ihren Arbeitsplatz zu Gunsten der Betreuung nur einmalig verlassen.

Alle Fragen rund um das Thema Pflege beantwortet der SoVD seinen Mitgliedern in enger Zusammenarbeit mit der ANGEHÖRIGENSCHULE – DAnS.

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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