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Wohngeld Plus: Warten auf Wohngeld

Auf der heutigen Landespressekonferenz haben Bundesministerin Klara Geywitz und Senatorin Karen Pein in Hamburg eine positive Bilanz zum Wohngeld Plus gezogen. Die zum Teil langen Bearbeitungszeiten sind für Antragstellende jedoch nach wie vor ein Problem.

Seit dem 1.1.2023 ist das Wohngeld-Plus-Gesetz in Kraft. Durch diese Wohngeld-Reform haben deutlich mehr Haushalte einen Anspruch auf Wohngeld. „Einige Menschen wissen nach wie vor nicht, dass sie berechtigt sind, Wohngeld zu empfangen, oder sie scheuen sich, Leistungen in Anspruch zu nehmen“, sagt Klaus Wicher, Landesvorsitzender des Sozialverband SoVD Hamburg. „Wir fordernd deshalb den Senat auf, weiterhin breitflächig über die Möglichkeit der Unterstützung zu informieren.“ 

Wohngeld ist eine Sozialleistung, die nur auf Antrag gewährt wird. „Einige Menschen scheuen einfach die Antragstellung, weil sie viele Informationen beibringen müssen, wenn es sich zum Beispiel um eine Familie oder andere Mehrpersonenhaushalte handelt“, weiß Wicher. „Hier wäre es sinnvoll, den Prozess zu vereinfachen.“ Dafür spricht auch, dass sich die durchschnittliche Bearbeitungsdauer wieder von 10 Wochen (Februar 2023) auf 13 Wochen erhöht hat. Das Anfordern fehlender Unterlagen verlängert den Antragsprozess. „Über 3 Monate Wartezeit ist für Menschen, die auf das Geld angewiesen sind, ein langer Zeitraum“, sagt Wicher. „Das Stichwort ist Entbürokratisierung.“ 

Der Hamburger SoVD-Chef rät zum formlosen Antrag, wenn die Umstände drücken. Denn Wohngeld wird ab dem Monat gezahlt, in dem es beantragt wurde. Gehen die amtlichen Vordrucke vollständig samt Nachweisen spätestens innerhalb eines Monats nach Abgabe des formlosen Antrags ein, so gilt dessen Datum für den Bewilligungszeitraum.

Der SoVD Hamburg weist zudem darauf hin, dass Wohngeld rückwirkend beantragt werden kann, wenn die zu berücksichtigende Miete um mehr als 15 Prozent steigt oder Transferleistungen abgelehnt bzw. aufgehoben wurden. Wohngeld kann dann rückwirkend für den Ersten des Monats, in dem beispielsweise Bürgergeld beantragt wurde, aufgerufen werden. Wird das Bürgergeld dann doch bewilligt, ist der Antrag auf Wohngeld hinfällig. 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem über 25.000 Mitglieder organisiert sind. Der SoVD Hamburg ist der größte Sozialverband in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung. 

Presse-Material

Kontakt
Nicola Timpe
Pressesprecherin
Telefon: 0151 23 23 67 56
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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