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Arbeitsmarkt 2023

„Wir brauchen 2024 eine Hamburger Beschäftigungspolitik für Langzeitarbeitslose und keine Kürzungen“

„In Hamburg liegt die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit Jahren auf hohem Niveau. 2023 aber hat sie mit fast 10 Prozent noch einmal kräftig zugelegt“, sagt Klaus Wicher, Landesvorsitzender des Sozialverband SoVD Hamburg. Er verweist auf die Dezember-Daten der Hamburger Agentur für Arbeit: „Dieser Wert ist ein Alarmsignal. Wir brauchen eine Hamburger Beschäftigungspolitik, um mit dem Gegenwind auf dem Arbeitsmarkt zurechtzukommen. Zuversicht allein reicht nicht. Wir brauchen mehr Fördermittel.“

Nach Jahren des Rückgangs im Bund stieg die Langzeitarbeitslosigkeit auch hier wieder deutlich an. Vor Corona sank sie in Deutschland von mehr als einer Million auf unter 700.000. Die Erholung währte nur kurz – auch in Hamburg. Die Hamburger Agentur meldet, dass der Anteil der an- und ungelernten Arbeitslosen mit 58,3 Prozent sehr hoch sei und Unternehmen primär Fach- und Führungspersonal suche. Wicher: „Da hilft es wenig, wenn die Agentur  verkündet, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf Rekordniveau liegt. Offenbar klappt es nicht ausreichend, Langzeitarbeitslose marktnah zu fördern und zu vermitteln.“

Wicher kritisiert zudem, dass die Arbeitslosigkeit im Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahr auch in anderen Ziel- und Altersgruppen stieg: In der Gruppe 55+ um gut 11 Prozent, bei den 15- bis 20-Jährigen um rund 13 Prozent. Wicher: „Viele finden aus der Arbeitslosigkeit nicht ohne Hilfe in den Arbeitsmarkt. Daher brauchen wir individuelle Programme, die auf die Region zugeschnitten sind. Die Kürzungen in diesem Bereich sind ein großer Fehler. Ein sozialer Arbeitsmarkt für langzeitarbeitslose Menschen muss verstärkt aus dem Hamburger Haushalt aufgebaut werden. Wir treten sonst weiter auf der Stelle. Schon 2022 hieß es aus der Agentur für Arbeit, es sei alarmierend, dass in erster Linie Fach- und Führungskräfte gesucht werden. Wir müssen auch Menschen ohne Job qualifizieren und sozialpädagogisch begleiten.“

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem über 25.000 Mitglieder organisiert sind. Der SoVD Hamburg ist der größte Sozialverband in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung. 

Presse-Material

Kontakt
Nicola Timpe
Pressesprecherin
Telefon: 0151 23 23 67 56
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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