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Arbeits­markt Januar 2024: Mehr Chancen und Hilfen für Menschen ab 50

 „Die Generation Ü-50 hat mittlerweile einen hohen Anteil an arbeitslosen Menschen. Angesichts des Fachkräftemangels sollten wir uns verstärkt auch dieser Personengruppe zuwenden“, fordert Klaus Wicher. Er schaut auf die Januar-Bilanz der Hamburger Agentur für Arbeit, die vermeldet, dass die Anzahl der arbeitslosen Ü-50er im Vergleich zum Vormonat um 6,7 Prozent gestiegen ist, im Vorjahresvergleich sogar um 9,9 Prozent. Für Wicher ist klar: „Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf.“

Von den 1.061.000 Voll- und Teilzeitkräften, die derzeit in Hamburg arbeiten, werden in den nächsten fünf bis sieben Jahren fast 100.000 in Rente gehen. In den folgenden fünf Jahren werden ihnen laut Aussage des Hamburger Agenturchefs Sönke Fock noch einmal „unglaubliche 224.000 Männer und Frauen“ folgen. Wicher appelliert an Politik und Wirtschaft, den Klagen über zu wenige Fachkräfte verstärkt Taten folgen zu lassen. „Viele Ältere sind gut ausgebildet oder müssten nur ihre Fachkompetenz auffrischen. Ü-50 braucht deutlich mehr Chancen!“

Besonders auffällig ist die Statistik für Menschen über 50 und über 55 Jahren, die Bürgergeld beziehen. Hier stieg die Zahl im Januar zum Vorjahresmonat  2023 um 11,8 bzw. 18,2 Prozent. „Wer von Teilhabe redet und Gleichstellung ernst meint, muss Generationengerechtigkeit auch auf dem Arbeitsmarkt durchsetzen", mahnt Wicher. Denn: „Künftig werden Ältere in der Gesellschaft von morgen eine noch wichtigere Rolle spielen als bisher, gerade im Job. Wir müssen offener werden gegenüber älteren Arbeitnehmer:innen und heute Brücken bauen, um diejenigen, die 55 Jahre oder älter sind, nicht von vorneherein auszusortieren. Wir brauchen sie und müssen ihnen signalisieren, dass sie arbeiten können - so lange wie möglich und so lange sie wollen.“

Diejenigen, die mehr Unterstützung benötigen, müssten in einem, auch von der Stadt mitfinanzierten, sozialen Arbeitsmarkt eine Perspektive bekommen. Das gilt auch für den Teil der Arbeitslosen, die nicht so ohne weiteres im ersten Arbeitsmarkt einen Job finden oder dieses Ziel gar nicht erreichen. Klaus Wicher hat klare Forderungen an die Stadt: „Es gibt genug Arbeit in den Bezirken, die auch von weniger qualifizierten oder Menschen mit Einschränkungen erledigt werden können. Die Beschäftigungsgesellschaften sind besonders kompetent, um diesen Menschen mit stadtteilbezogenen Projekten helfen zu können. Gemeint sind Kantinen, Senior:innenzentren, Sozialcafés oder Sozialkaufhäuser. Diese Angebote werden angesichts der schwierigen Lage von immer mehr Menschen in der Stadt immer wichtiger. Hamburg hat hier eine große Aufgabe und muss auch als Geldgeberin einspringen, um schnell zu helfen. Ein sozialer Arbeitsmarkt muss mehr und mehr aufgebaut werden, um auch Menschen die weniger leistungsfähig sind, eine Chance zu eröffnen.“

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem über 25.000 Mitglieder organisiert sind. Der SoVD Hamburg ist der größte Sozialverband in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung. 

Presse-Material

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin
Telefon: 0151 445 456 93
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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