In Hamburg steht man immer irgendwo im Stau. Ursache dafür sind die gefühlt unzähligen Baustellen: „Pro Jahr wird an etwa 20.000 Stellen gebuddelt, dass behindert die gesamte Stadtgesellschaft. Hamburg braucht ganz dringend ein elektronisches Programm, das den Verkehr und aktuelle Baustellen koordiniert. Das spart Energie und schont Klima und Nerven“, fordert Klaus Wicher, SoVD-Landesvorsitzender.
Bei der Zahl der Baustellen liegt Hamburg bundesweit auf Platz fünf: „An jeder Ecke ist etwas abgesperrt, nicht überall wird auch gearbeitet. Das behindert alle Verkehrsteilnehmer:innen, Fußgänger:innen, Eltern mit Kinderwagen und mobil eingeschränkten Menschen. Sie müssen sich immer öfter die Bürgersteige mit Radfahrer:innen und E-Roller-Nutzer:innen teilen, chronisch Kranke kommen nicht mehr zu wichtigen Arztterminen und Therapien. Zurzeit bleibt den Menschen nur, dies hinzunehmen oder sich jeden Tag über die schlechte Koordination der Maßnahmen zu ärgern“, stellt Wicher klar. Das sei einer zukunftsorientierten Stadt unwürdig.
Der SoVD-Landeschef begrüßt, dass Hamburg seine Infrastruktur modernisiert: „Es stehen aber Baustellen zum Teil lange Zeit still und dafür haben dann weder Anwohner:innen, noch Geschäftsleute und Menschen mit Beeinträchtigung Verständnis, für die das Leben unnötig mühsamer wird. Auf abgesperrten Baustellen muss zügig gearbeitet werden!“, fordert Wicher.
Laut Baustellenatlas war Hamburg im vergangenen Jahr Spitzenreiter bei der Dauer der Arbeiten mit durchschnittlich 597 Tagen – das sind mehr als eineinhalb Jahre pro Baustelle. „Paradebeispiel ist die Modernisierung der Veloroute 1 in Othmarschen, die so schlecht geplant war, dass Fußgänger:innen, Autofahrer:innen, Menschen mit Beeinträchtigungen und Geschäftsleute in der Reventlowstraße über einen langen Zeitraum behindert worden wären“. Der folgende Baustopp hätte aus Wichers Sicht verhindert werden können mit einem modernen elektronischen Verkehrs- und Baustellenmanagement.
Der Senat müsse die Zukunft denken: „Sollte Hamburg sich bei der Bewerbung um die Austragung der Olympischen Spiele durchsetzen, wird noch mehr gebaut. Wenn sich der Senat nicht blamieren will, muss er zügig darangehen, die von uns geforderte Maßnahme einzurichten!“.
