Am 17. November 2025 war der SoVD Hamburg beim Eimsbütteler Seniorentag 2025 dabei. Die Veranstaltung des Bezirks-Seniorenbeirats Eimsbüttel widmete sich in diesem Jahr drängenden Fragen rund um Pflege, Unterstützung im Alter und bezahlbares Wohnen. Der SoVD-Landesvorsitzende Klaus Wicher nutzte seinen Vortrag, um klar auf bestehende Probleme und politische Versäumnisse hinzuweisen.
„Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt stetig, doch viele Probleme bleiben ungelöst“, betonte Wicher in seiner Rede. „Wir haben ein Teilleistungssystem, in dem die Hauptlast auf den Schultern privat pflegender Angehöriger und den Pflegebedürftigen selbst liegt.“ Pflegebedürftigkeit und Pflege seien längst Armutsrisiken – und daran trage auch Hamburg Verantwortung.
Besonders alarmierend seien die steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege: Wer in Hamburg in ein Pflegeheim zieht, muss im ersten Jahr inzwischen rund 3.180 Euro monatlich aus eigener Tasche zahlen – etwa 16 Prozent mehr als im Vorjahr, wie Daten des Verbands der Ersatzkassen zeigen. Wicher forderte daher erneut, dass die Stadt Hamburg die kompletten Investitionskosten übernimmt, anstatt sie den Pflegebedürftigen aufzubürden. Ein kleiner Schritt wäre, wenn der Senat die einkommensabhängige Einzelfallförderung (EEF) wieder einführt, die es bis 2010 gab. Damit würden die Investitionskosten für Menschen, die von Grundsicherung leben müssen, übernommen.
„Immer mehr Menschen sind auf Sozialhilfe angewiesen, nur um ihre Pflege zu finanzieren. Die Zahl wird noch größer werden, weil die geburtenstarken Jahrgänge bis 2040 in Rente gehen und ein Teil von ihnen Pflegeleistungen benötigen werden. Sozialhilfeleistungen können doch nicht die Lösung sein“, sagte Wicher. Der SoVD setze sich daher weiterhin für eine solidarische Pflegevollversicherung ein, welche die tatsächlichen Kosten für Pflege, Betreuung und Teilhabe übernimmt – und damit das Pflegerisiko wirklich absichert. Eine aktuelle SoVD Umfrage zeigt: Rund 80 Prozent der Bevölkerung befürworten eine solidarische Pflegeversicherung, die alle Bürger:innen einbezieht, unabhängig vom Berufsstatus.
Am Informationsstand des SoVD Hamburg schilderten viele Besucher:innen ihre Sorgen. Michael Burkard, Vorsitzender des Ortsverbands Niendorf/Schnelsen/Eimsbüttel, und Ulrike Krämer informierten außerdem über die sozialrechtliche Beratung des SoVD, seine sozialpolitische Arbeit und die Bedeutung der Gemeinschaft im Verband.

