Anhaltspunkte gibt eine Studie der Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung (GISS). Das GISS hat 2025 im Auftrag der Behörde Betroffene zu Gesundheit und zur Inanspruchnahme medizinischer Hilfen befragt. Laut Studie sind zwei Drittel von ihnen krank, rund Dreiviertel schätzen ihren Gesundheitszustand als „weniger gut“ oder „schlecht“ ein. Mehr als die Hälfte der auf der Straße lebenden Menschen meiden trotz Krankheit Arzt- oder Krankenhausbesuche. Die Untersuchung dokumentiert konkrete finanzielle, sprachliche und strukturelle Zugangshürden sowie negative Erfahrungen im Versorgungssystem.
Für den kommenden Winter fordert Peters: „Die Stadt Hamburg muss diese Ergebnisse dringend berücksichtigen, niedrigschwellige Angebote ausbauen, die Erreichbarkeit verbessern und den Schutz nicht auf die Nacht begrenzen. Ganztägig zugängliche Aufenthaltsmöglichkeiten, aufsuchende Sozialarbeit und eine verlässliche medizinische sowie psychosoziale Versorgung sind zentrale Voraussetzungen, um Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen zu erreichen. Dazu gehören auch weitere Unterbringungsmöglichkeiten, die den Bedürfnissen von Frauen, psychisch erkrankten Menschen und weiteren besonders verletzlichen Gruppen gerecht werden.“
Zugleich muss Hamburg stärker daran arbeiten, Obdachlosigkeit dauerhaft zu beenden. Notunterkünfte sind ein notwendiger Schutz, ersetzen aber keine eigene Wohnung. Der SoVD Hamburg fordert deshalb mehr bezahlbaren Wohnraum, einen konsequenten Ausbau von Housing First und eine bessere Verzahnung von Unterbringung, Beratung und dauerhaften Wohnperspektiven.
„Es ist Aufgabe der Stadt, Menschen vor Kälte und den lebensgefährlichen Folgen von Obdachlosigkeit zu schützen. Jeder Mensch hat das Recht auf Schutz, Würde und eine sichere Wohnung. Dafür muss Hamburg seine Hilfen konsequent an den Bedürfnissen der Betroffenen ausrichten“, so Peters. „Wir brauchen ein Hilfesystem, das Vertrauen schafft und Menschen nicht alleinlässt.“