„Bildung ist gerade für junge Menschen aus Familien mit geringem Einkommen ein zentraler Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Chancen. Wer hier Angebote abbaut oder zusätzliche finanzielle Hürden schafft, verschärft bestehende soziale Ungleichheiten.“ Dr. Sally Peters, Vorständin Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V., appelliert an den Hamburger Senat, Ausgaben für Bildung als gut investiert anzusehen und die geplanten Kürzungen in diesem Bereich zurückzunehmen.
Hochschulen und Universitäten stehen in den kommenden Jahren unter erheblichem finanziellem Druck. Soziale Arbeit, Architektur und Stadtplanung, Jura – das sind nur einige Studiengänge, die in Zukunft mit spürbar weniger Geld auskommen müssen: „Gut ausgestattete Forschung und Lehre sind die Basis für gut ausgebildete Fachkräfte, die an vielen Stellen dazu beitragen, dass unser demokratisches Gemeinwesen funktioniert. Diesen Standard sollten wir halten, dazu tragen die Hochschulen und Universitäten maßgeblich bei!“, so die Hamburger SoVD-Vorständin.
Noch wichtiger sei, dass eine gute Bildung eine enorm hohe soziale Bedeutung habe: „Es ist eine Tatsache, dass Bildung eine der wenigen Möglichkeiten ist, den eigenen sozialen Status aufzuwerten und ein auskömmlicheres Leben zu führen.“ Kürzungen im akademischen Bereich wären deshalb für ärmere Studierende besonders folgenreich: „Im Studiengang Jura soll beispielsweise ein Stipendienprogramm gestrichen werden. Das wird finanziell besser aufgestellte Studierende nicht tangieren. Ganz anders wäre das für weniger gut situierte Kommilitonen, die bisher von solchen günstigen oder kostenlosen Kursen und Seminaren profitiert haben.“
Der SoVD Hamburg fordert den Senat auf, bei den weiteren Haushaltsberatungen die Auswirkungen auf Bildungschancen und soziale Teilhabe stärker zu berücksichtigen. „Konsolidierung darf nicht zulasten von Bildungschancen und sozialer Teilhabe gehen. Bildung muss allen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft offenstehen. Das gilt für Hochschulen genauso wie für Schulen und Unterstützungsangebote wie die Schulbegleitung.“
Am 28. September hatten Professoren der Universität Hamburg in einem offenen Brief die geplante Kürzung der Mittel für die juristische Ausbildung kritisiert: https://www.jura.uni-hamburg.de/service/fakultaetsclub/news/2026-09-28.html
