Zuerst betroffen wären Kinder aus einkommensschwachen Familien. Während gut verdienende Eltern Förderung und Betreuung privat finanzieren können, seien ärmere Familien auf öffentliche Angebote angewiesen. Einsparungen würden vor allem für sie eine Verschärfung von Bildungsungleichheit bedeuten.
Eltern machten sich zunehmend Sorgen, ob ihre Kinder noch ausreichend unterrichtet und betreut werden können. „Beispielhaft ist der Plan der Schulbehörde, in den 66 Hamburger Gymnasien rund 165 Lehrerstellen einzusparen. Außerdem soll auch die Vertretungsreserve um 25 Prozent sinken. Die Folgen sind weniger Spielraum für individuelle Förderung, größere Lerngruppen und mehr Druck auf Lehrkräfte.“
Weiterhin soll die Nachmittagsbetreuung an 75 Ganztagsschulen vereinheitlicht und die Aufgabenverteilung zwischen Lehrkräften und Erzieher:innen verändert werden. Peters befürchtet vor allem für die Kinder und Jugendlichen aus einkommensarmen Haushalten mehr Nachteile: „Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte erfüllen unterschiedliche, sich ergänzende Aufgaben. Entscheidend ist, dass die personelle Ausstattung und die jeweiligen Qualifikationen den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden. Förderkurse, Begabtenförderung, aber auch Angebote, die Kindern dabei helfen, den Unterricht zu entzerren und so besser zu lernen, brauchen Fachpersonal, Verlässlichkeit und eine gute finanzielle Ausstattung. Fallen sie weg, verringern sich ihre Chancen auf eine bessere Zukunft. Bildung darf nicht davon abhängen, wie viel Geld gerade im Hamburger Haushalt fehlt!“
Sally Peters fordert Nachbesserungen, die es Schüler:innen auch weiterhin ermöglichen, ihren Fähigkeiten entsprechend zu lernen und einen guten Schulabschluss zu machen. Besonders kritisch sieht sie die Einschränkungen bei der Schulbegleitung. „Kinder mit Behinderungen und entsprechendem Unterstützungsbedarf müssen die Hilfe erhalten, die sie für eine gleichberechtigte Teilhabe am Schulalltag benötigen. Sie muss sich am individuellen Bedarf orientieren und darf nicht von Sparvorgaben abhängig gemacht werden.“
Aus Sicht der SoVD-Vorständin setzt sich der Sparkurs bis an die Hamburger Hochschulen fort. Beispielhaft dafür stehen die Kürzungen im Masterstudiengang „Pflege und Therapiewissenschaften“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), der zum Wintersemester 2026/27 keine neuen Studierenden aufnehmen konnte.: „Hamburg braucht dringend qualifizierte Fachkräfte in Pflege, Therapie, Bildung und Sozialer Arbeit. Wenn ausgerechnet bei den entsprechenden Studienangeboten gespart wird, gefährdet die Stadt ihre eigenen Ziele bei der Fachkräftesicherung. Das ist kurzsichtig und sozialpolitisch nicht nachvollziehbar.“ Peters appelliert an die Politik: „Bildung, Förderung und Inklusion dürfen nicht zum Spielball kurzfristiger Haushaltsentscheidungen werden. Wer heute bei Bildungschancen spart, zahlt morgen gesellschaftlich einen hohen Preis!“