Wohn- und Lebensraum

Hamburg ist eine wachsende Stadt, doch es mangelt an bezahlbaren und zu den unterschiedlichen Bedürfnissen von Singles und Familien oder jungen und älteren Menschen passenden Wohnungen. Das hohe Mietpreisniveau trifft und belastet besonders finanziell schwache Menschen.

In den 1970er Jahren gab es rund 400.000 Sozialwohnungen in Hamburg. Während es 1990 noch 265.600 waren, sind es mittlerweile weniger als 90.000. Der Anteil der sozial geförderten Wohnungen liegt zurzeit bei unter 10 Prozent. Binnen der nächsten fünf Jahre werden weitere 25.000 und mehr Sozialwohnungen aus der Bindung fallen. Unabhängig von der Zahl der Sozialwohnungen bieten der staatliche Wohnungsbaukonzern SAGA GWG sowie Genossenschaften und sozialverpflichtete Wohnungsunternehmen preiswerten Wohnraum an. Dies gilt es zu unterstützen und zu fördern: Keine Privatisierung öffentlichen Wohneigentums und kein Verkauf preisgünstiger Grundstücke z.B. an Genossenschaften für Neubauvorhaben.

In Hamburg leben mehr als 12.000 Menschen in öffentlichen Unterkünften und gelten damit als wohnungslos. Weitere 2.000 Menschen sind obdachlos und leben auf der Straße. Vor allem die wohnungs- und obdachlosen Menschen benötigen Unterstützung, eigene vier Wände und ein Dach über dem Kopf, sowie verbesserte Angebote, um ihnen die Teilnahme an der Gesellschaft wieder zu ermöglichen.

Die Hamburger Stadtteile und Quartiere sind für zahlreiche ihrer Bewohnerinnen und Bewohner mehr als ein Wohnort. Sie sind ihre Heimat, in der sie leben, wohnen und arbeiten, lernen und einkaufen oder sich mit anderen Menschen treffen und austauschen. Zugleich sind sie lebenswerter Rückzugs- und Erholungsort. Dies gilt es zu erhalten – und wo erforderlich – zu schaffen.

Als Maßnahmen zur Schaffung und zum Erhalt von bezahlbarem Wohnraum und lebenswerten Stadtteilen fordert der SoVD Hamburg:

  • Planung und Ausbau von 6.000 preiswerten Wohnungen (u.a. Sozialwohnungen) pro Jahr
  • Bindungsfrist für Sozialwohnungen wieder verlängern
  • Wohnraum für Obdach- und Wohnungslose schaffen
  • Fortsetzung der integrierten sozialen Stadtteilentwicklung durch Einsatz von Quartierfonds und RISE-Mitteln sowie Stärkung der Zusammenarbeit der Behörden
  • Soziale und soziokulturelle Einrichtungen im Bezirk verlässlich finanzieren und dauerhaft erhalten mit einer Mischung aus Bürgertreffs, Beratungs-, Bildungs- und Freizeitangeboten
  • Ausreichend menschenwürdige Unterkünfte und niedrigschwellige Hilfsangebote für obdach- und wohnungslose Menschen zur Verfügung stellen
  • Sicherung und Ausbau von Frauenhäusern und Wohnprojekten für obdachlose Frauen
  • Weitere Angebote für wohnungslose Frauen nach dem Vorbild des Kemenate Tagestreff schaffen
  • Fachstelle für Wohnungsnotfälle personell verstärken und kurzfristige Hilfe zur Vermeidung von Wohnungsverlust ausbauen