SoVD-Kampagne: Sackgasse Altersarmut?!

Eine SoVD-Kampagne für mehr soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Selbstbestimmung im Alter. Für die Anerkennung und Wertschätzung von Lebensleistung.

Welche Maßnahmen braucht es, um der Armut im Alter die Stirn zu bieten? Der Hamburger SoVD-Chef Klaus Wicher weiß, welche Stellschrauben gedreht werden müssen – und was die Politik tun kann, um die Armut von heute zu lindern und die Armut von morgen zu verhindern.

Nicht nur die Bundesregierung, auch die Hamburger Politik muss die Fehler im bestehenden System endlich erkennen und das Problem konstruktiv angehen. Die Zeit läuft uns davon – wir brauchen Lösungen dringender denn je. Sonst wird Altersarmut in der Zukunft für immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft zu einer echten Bedrohung. „Wir müssen vieles neu justieren, damit sich diese Menschen nicht länger vom Staat vergessen fühlen!“, so Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.

Mindestlohn

Gute Arbeit muss gut bezahlt werden.

Der SoVD Hamburg fordert: Den Mindestlohn auf 12,50 Euro erhöhen!

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Beschäftigung

Wer sein Leben lang in Teilzeit oder Minijobs arbeitet, landet auf jeden Fall in der Altersarmut.

Der SoVD Hamburg fordert: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und den Niedriglohnsektor eindämmen!

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Arbeitslosigkeit

Genauso hart trifft es diejenigen, die schon lange keinen Job mehr haben. 

Der SoVD Hamburg fordert: Bezugsdauer von Arbeitslosengeld (ALG I) verlängern und Langzeitarbeitslose in der gesetzlichen Rentenversicherung absichern!

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Frauen

Vor allem Frauen sind am Ende des Tages die Dummen.

Der SoVD Hamburg fordert: Häusliche Pflege- und Erziehungsarbeit auskömmlich anerkennen!

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Grundsicherung

Jeder Cent mehr im Portmonee wäre eine große Hilfe – Hamburg könnte unbürokratisch helfen.

Der SoVD Hamburg fordert: Ortszuschlag zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung einführen!

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Wohnen

Dazu gehört auch, dass Wohnen bezahlbar bleiben muss.

Der SoVD Hamburg fordert: Mindestens 5.000 neue Sozialwohnungen pro Jahr bauen und mehr bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum schaffen!

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Mobilität & Teilhabe

Fahren mit Bus und Bahn oder die Teilnahme an Kultur, Sport und Freizeit – all das muss man sich weiter leisten können.

Der SoVD Hamburg fordert: Freie Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und kostenloser Zugang zu Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten für Bedürftige!

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Quartierzentren

Und damit jeder weiß, wo und wer helfen kann, gibt es nur eine Lösung: Lokale Anlaufstellen vor Ort.

Der SoVD Hamburg fordert: Quartierzentren aufbauen und seniorengerechte Stadtteile entwickeln!

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Ob jung, ob alt: Armut im Alter geht uns alle an

Immer mehr Menschen in Hamburg stellen sich die Frage: „Werde ich im Alter noch über die Runden kommen?“ Für viele lautet die Antwort: „Gerade mal eben so und mit nur ganz wenig.“ Die Angst vor Altersarmut ist ein Schreckgespenst, das sich in immer mehr Teilen unserer Gesellschaft verbreitet. 

Obwohl man Jahrzehnte lang gearbeitet hat, ist Armut im Alter für viele vorprogrammiert. Noch bitterer wird es für diejenigen, die zwischendurch mal ohne Job, langzeitarbeitslos oder im Niedriglohnsektor beschäftigt waren.

Wird Altersarmut mein Thema?

Mit dem kostenlosen SoVD-Online-Selbsttest „Altersarmut“ verschaffen Sie sich Klarheit über Ihr persönliches Altersarmutsrisiko – praktisch und schnell.

So einfach geht's: Nach einem kurzen Frage-Antwort-Dialog erhalten Sie individuelle Informationen zu Ihrer aktuellen Situation und eine erste Orientierung, ob sie in Zukunft von Altersarmut betroffen sein könnten. Zusätzlich stellen wir Lösungsansätze vor, um Altersarmut wirkungsvoll vorzubeugen.

Zum Altersarmut-Check

Leben in Altersarmut

Allein bei uns in Hamburg sind heute schon 53.000 Seniorinnen und Senioren arm oder armutsgefährdet. Das ist ein historischer Höchststand! Wenn die Politik nicht endlich das Problem anpackt, wird sich dieser Trend fortsetzen.

Wie ist es, in Armut zu leben? Was macht das mit den Menschen? Und was macht das mit uns allen? Prof. Dr. Harald Ansen, Dozent für Soziale Arbeit an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), erklärt:

Fakten

  • Die Zahl der von Armut bedrohten älteren Menschen wächst seit Jahren kontinuierlich an. In Hamburg sind heute über 53.000 der über 65-Jährigen armutsgefährdet
  • 27.000 Seniorinnen und Senioren beziehen allein in der Hansestadt zusätzliche Leistungen zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts, weil die Rente nicht zum Leben reicht
  • 18.300 Hamburger Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner müssen aufstocken und führen ein Leben am Existenzminimum – ohne Aussicht auf Besserung
  • Trotz Rente sowie eines oftmals erfüllten Arbeitslebens und langjähriger Beitragszahlung sind rund 45.000 Hamburgerinnen und Hamburger auf Grundsicherung angewiesen

Folgen

  • Mit der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft wächst auch die soziale Spaltung – die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer
  • Immer mehr Ältere gehen regelmäßig zur Tafel
  • Soziale und kulturelle Teilhabe ist kaum mehr möglich – lebenslänglich
  • Die Überschuldung von Seniorinnen und Senioren nimmt besorgniserregend zu
  • Selbstverständlichkeiten werden zu Luxusgütern: der Erholungsurlaub, neue Kleidung oder der Austausch kaputter Elektrogeräte ist oft unerschwinglich