Kinder, Jugendliche und Familien

Mehr als 68.000 Kinder und Jugendliche in Hamburg (und damit fast ein Viertel) leben heute in Armut, sind von Armut bedroht oder erhalten Sozialleistungen zur laufenden Lebensführung. Die Armut von Kindern und Jugendlichen ist eng verknüpft mit der Armut ihrer Eltern. Verfügen die Eltern nicht über ein ausreichendes Einkommen, dann sind ihre Kinder gleichsam von Armut betroffen. Besonders schwierig ist die Lage für Alleinerziehende und Familien mit mehr als zwei Kindern. Hinzu kommen die allgemeinen Kürzungen bei staatlichen Unterstützungsleistungen für Kinder und Jugendliche in den letzten Jahren.

Jeden Tag werden Kinder und Jugendliche in Hamburg mit Problemen und Gewalt konfrontiert. Sie werden vernachlässigt, allein gelassen, geschlagen und missbraucht. Die Sensibilität für Fälle von Kindeswohlgefährdung ist zwar gestiegen, dennoch kam es in der Vergangenheit und kommt es immer wieder zu tragischen Todesfällen.

Als Maßnahmen zur besonderen Fürsorge für Kinder, Jugendliche und Familien fordert der SoVD Hamburg:

  • Verstärken der aufsuchenden Familienarbeit (ASD) und vermehrter Einsatz der Hilfen zur Erziehung (HzE) und Eingliederungshilfen
  • Unterstützung für Eltern durch sozialpädagogische Familienhelfer vor Ort
  • Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) personell besser ausstatten, qualifizieren und besolden sowie in die Lage versetzen, mehr als bisher, zielgerichtete aktive Familienhilfe zu leisten
  • Schaffung angemessener Ausstattung und Arbeitsbedingungen sowie regelmäßige Supervisionen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ASD
  • Familienberatungsstellen sowie gezielte Beratung und Hilfe für Familien und Alleinerziehende vor Ort stärken
  • Offene Kinder- und Jugendarbeit auf neue Bedingungen der Ganztagsbeschulung stärker ausrichten, ohne deren Qualität zu schwächen
  • Öffnung von genügend Jugend- und Sporteinrichtungen auch abends und am Wochenende
  • Förderung statt Verwahrung: Kinderbetreuung qualitativ verbessern und Betreuungsschlüssel deutlich erhöhen
  • Mittel aus dem Betreuungsgeld in Betreuungs- und Bildungsangebote investieren
  • Kostenfreies Frühstück und Mittagessen für Schülerinnen und Schüler
  • Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket konsequent einsetzen und Zugang erleichtern
  • Kinderrechte in die Verfassung einbringen