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Energieeffizenz muss bezahlbar sein

Beim Heizen will Robert Habeck mehr Klimaschutz erreichen: Immobilienbesitzer:innen sollen nach seinen Vorstellungen jetzt möglichst schnell auf alternative Energien umrüsten: „An sich eine Forderung, die hinsichtlich des Klimawandels durchaus Sinn macht. Allerdings ist sie nicht sozial durchdacht. Vor allem Rentner:innen werden so einen Umbau nicht mal eben stemmen können“, warnt Klaus Wicher, Hamburger Vorsitzender Sozialverband SoVD.

Viele Senior:innen kämen trotz kleiner Rente auch deshalb einigermaßen über die Runden, weil sie im eigenen, abbezahlten Häuschen leben, so Wicher: „Für viele ist schon die normale Instandhaltung ihrer Immobilie eine Herausforderung. Die neue Forderung des Wirtschaftsministers verunsichert – viele fragen sich: Wie soll ich von meiner kleinen Rente jetzt eine neue, klimaschonende Wärmepumpe bezahlen?“

Statt einfach unbedacht zu fordern, hätte Habeck besser planen sollen: „Auf der einen Seite hat er gerade in Davos festgestellt, dass wir in Deutschland immer ärmer werden. Ich sage, das bedeutet auch, dass sich die soziale Schere weiter öffnen wird. Zudem sind die Geräte knapp und werden durch die Inflation noch teurer werden. Hinzu kommt der Fachkräftemangel bei den Handwerker:innen: Arbeitszeit und Beschaffung werden also wertvoller und damit teurer. Wer sich das leisten kann, kann sich zurücklehnen. Der Rest, vor allem die Rentner:innen, werden sich daran abarbeiten – und möglicherweise finanziell scheitern.

Denjenigen, die nur ein kleines Einkommen haben, muss Habeck Förderungen, beispielsweise über die Kreditbank für Wiederaufbau (KFW), entwickeln und anbieten, dass vor allem den älteren Hausbesitzer:innen dabei hilft umzurüsten. Ansonsten könnte das eine lange und zähe Geschichte werden. Ich glaube nicht, dass Herr Habeck das möchte“, fordert Wicher.

Allein von den älteren ölbetriebenen Heizungen gibt es in Deutschland noch immer mehr als drei Millionen Anlagen. Eine Umrüstung auf alternative Energietechniken wird für Hauseigentümer:innen teuer: Laut Verbraucherzentrale kostet die Installation einer Wärmepumpe zwischen 17.000 und 32.000 Euro. Auch eine Holzpellet-Anlage ist nicht günstiger, sie kostet im Schnitt etwa 27.000 Euro. „Das sind Preise, die existenzbedrohend werden können und bei denen die Rentner:innen, die ein Haus besitzen, schwer schlucken müssen. Eine verpflichtende Umrüstung würde für viele, vor allem alte Menschen der finanzielle Ruin bedeuten. An dieser Stelle fehlt mir bei Herrn Habeck eindeutig das soziale Fingerspitzengefühl.“