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Wohngeld-Reform: Wie lange warten wir auf das Wohngeld?

Ab Januar werden rund zwei Millionen Menschen in Deutschland zusätzlich Anrecht auf Wohngeld haben: „Da das Preisniveau bei den Mieten und die Inflation hoch ist, werden es wohl mehrere 1000 Menschen allein in Hamburg sein“, mutmaßt Klaus Wicher, Hamburger SoVD-Landesvorsitzender. Er befürchtet immer länger werdende Staus bei der Antragsbearbeitung: „Obwohl die Behörden schon lange davon wissen, wurde nicht angemessen reagiert. Ich befürchte chaotische Zustände, denn schon jetzt sind Teile der Verwaltung, vor allem die Wohngeld- und Grundsicherungsämter komplett überlastet.“ Wicher fordert deutlich mehr Personal, eine bessere Koordination von Mitarbeitenden und abgespeckte Abläufe.

Demnächst wird also ein deutlicher Antragsschwung bei den zuständigen Wohngeldstellen eingehen: „Dabei wissen wir alle, dass die Mitarbeitenden vor allem hier und bei den Grundsicherungsämtern überlastet sind und nicht bürgerfreundlich arbeiten können. Die Stadt schafft es nicht, ihre Strukturen und Zahl der Mitarbeitenden auf ein Maß zu bringen, das dafür sorgt, dass Anträge von Bürger:innen zeitnah beschieden werden. Für die Schwächsten in der Gesellschaft wird der Kontakt zum Amt immer mehr zu einer Tortur, führt zu Frust und dem Gefühl abgehängt zu sein. Kundenfreundlichkeit und der ernsthafte Umgang mit den Anliegen der Schwächsten in der Gesellschaft sieht anders aus! Gerade diese Ämter müssen verlässlich arbeiten können, vor allem in schwierigen Zeiten.“

Neuste Zahlen des Statistikamts Nord besagen, dass Ende 2021 insgesamt 12 045 Hamburger Haushalte Wohngeld bezogen. Sie zahlen durchschnittlich 589 Euro Miete, die Unterstützung betrug 224 Euro. Wohngeldzahlungen senken spürbar den Mietanteil am Haushaltseinkommen von rund 50 auf 30 Prozent: „Eine immens wichtige Unterstützung, die verlässlich gezahlt werden muss“, sagt Wicher.

Seit längerem häufen sich die Beschwerden beim Hamburger SoVD über die schleppende Arbeit in der Verwaltung: „Uns liegt beispielsweise ein Schreiben vom Wohngeldamt Altona vor, in dem mitgeteilt wird, dass der Antrag frühestens in 20 bis 22 Wochen bearbeitet werden könne.“ Dies sei nicht nur peinlich für die Hamburger Verwaltung. Zudem bedeute das Warten für die Betroffenen eine lange Zeit der Unsicherheit, ob das Geld kommt, zum anderen könnten sie keine fehlenden Beiträge vorstrecken: „Wer das Wohngeld dringend braucht, steht immens unter Druck. Dass dies alles geschieht, weil die Verwaltung ihre Arbeit nicht richtig macht, ist nicht akzeptabel.“