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Weniger Ökonomie bei Krankenhaus-Reform – mehr Ökonomie bei Fiebermittel

„Eine Reform des Krankenhaus-Systems ist überfällig.“, sagt Klaus Wicher, Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.Die Ankündigung, nicht mehr nur Fallpauschalen, sondern auch eine feste Grundfinanzierung vorzusehen, geht ihm nicht weit genug: „Wir brauchen eine radikale Abkehr von Fallpauschalen, um die Medizin und nicht die Ökonomie wieder in den Mittelpunkt zu rücken.“

Der SoVD-Landeschef begrüßt, dass Hamburg niedergelassene Ärzt:innen und Kliniken stärker vernetzen will. Er gibt aber zu bedenken: „Wir haben in Hamburg eine soziale Ausdünnung der Gesundheitsversorgung. Die Verteilung der fachärztlichen Praxen zwischen den Quartieren mit hohem Einkommen und den Quartieren mit niedrigem Einkommen muss gerechter werden. Zum Beispiel Kinderärzt:innen fehlen in Vierteln wie Steilshoop.“

Eine Krankhausreform dürfe, so Wicher, nicht nur institutionell oder ökonomisch gedacht werden.
Das Wohl der Patient:innen muss einhergehen mit den Interessen der Krankenhäuser, da diese ihre Leistungsfähigkeit erhalten und ausbauen wollen. Dies darf nicht dazu führen, dass die Mengen­dynamik an Fahrt gewinnt, wonach immer mehr Operationen immer mehr Umsatz bedeuten.“

Wicher kritisiert das Primat der Ökonomie in der Medizin, gleichzeitig wundert er sich: „Im Rahmen der Reform kritisiert Karl Lauterbach ein Zuviel an Ökonomie. Wenn nun der Medikamen­tenmangel abgestellt werden soll, setzt er auf mehr Ökonomie.“ In der ARD sagte der Bundes­gesundheitsminister: „Wir müssen Arzneimittel für Kinder aus den Festbeträgen rausnehmen, sodass sie teurer verkauft werden.“ Das könne kurzfristig notwendig sein, dürfe aber nicht so bleiben, so der Hamburger SoVD-Chef.

Bereits im Herbst 2022 beklagten Hamburger Apotheker:innen den Mangel an mancher Arznei. Wicher: „Warum hat die Politik das nicht ernstgenommen?“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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