„Wir brauchen mehr Personal und Transparenz“

Im NDR-Fernsehinterview äußert sich Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) in Hamburg, zu den Missständen bei der Wohn-Pflege-Aufsicht.

Klaus Wicher hat in der gestrigen Nachrichtensendung „NDR//Aktuell“ Stellung zur Situation der Wohn-Pflege-Aufsicht in der Hansestadt genommen. Gemeinsame Recherchen des NDR und MDR hatten aufgedeckt, dass die Pflegeheime und ambulanten Dienste in den norddeutschen Bundesländern deutlich zu wenig kontrolliert werden. So kommt Hamburg im Jahr 2016 auf eine Prüfquote von nur acht Prozent. Im Jahr 2017 wurden 22 Prozent der Hamburger Heime kontrolliert.

Wicher kennt die Zahlen: „Seit Jahren fordert der Hamburger SoVD, sinnvolle Maßnahmen gegen den Personalmangel auf den Weg zu bringen.“ Es könne nicht sein, dass pflegebedürftige Menschen deshalb möglicherweise einer mangelhaften Betreuung ausgesetzt seien. „Die Konsequenz ist letztendlich, dass Menschen sich in ihrer letzten Lebensphase nicht mehr gut betreut fühlen“, sagt Wicher.

Aus seiner Sicht braucht die Wohn-Pflege-Aufsicht deutlich mehr Personal, um nicht nur eine regelmäßige Prüfung aller Einrichtungen zu gewährleisten, sondern auch im Vorfeld beratend und präventiv dafür zu sorgen, dass solche Missstände gar nicht erst auftreten. Wicher fordert außerdem mehr Transparenz: „Wichtig ist, die Prüfberichte zu veröffentlichen, damit sich Betroffene und Angehörige ein vollständiges Bild von der Qualität der Pflege machen können.“
 

Programmhinweis: NDR-Pflegereport

Auch in Folge drei des großen NDR-Pflegereports nimmt der Hamburger SoVD-Chef Klaus Wicher Stellung zum Thema Wohn-Pflege-Aufsicht. Sendung verpasst? Hier geht's zur Mediathek des NDR-Fernsehens:
 

Pflegereport Teil 3 (vom 20.03.2018): „Mängel bei der Heimkontrolle“
Jedes Pflegeheim in Deutschland soll einmal im Jahr kontrolliert werden. Doch an vielen Orten im Norden kommt die Heimaufsicht ihrer Kontrollpflicht nicht nach.

Pflegereport Teil 2 (vom 13.03.2018): „Die Hilflosigkeit der Pflegekräfte“ 
Zu wenig Zeit, zu wenig Personal: Vielerorts herrscht dieser Zustand in der Pflege alter Menschen. Das zehrt an den Kräften und den Nerven – von Patienten und Pflegern.

Pflegereport Teil 1 (vom 27.02.2018): „Die Ohnmacht der Angehörigen“
Als die Mutter von Esther Schweizer im Sommer 2016 in ein Hamburger Pflegeheim kommt, baut sie rapide ab. Kein Einzelfall, wie viele Angehörige hilflos erleben.
 

Volksentscheid gegen Pflegenotstand in Hamburg

Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus startet Initiative 

Noch bis zum 28. März 2018 können Sie den Volksentscheid gegen Pflegenotstand und für ein Hamburger Gesetz für mehr Personal und gute Versorgung im Krankenhaus mit Ihrer Unterschrift unterstützen – und im eigenen Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz Unterschriften sammeln. Jede Unterschrift ist wichtig und sichert den Erfolg der Initiative!

Weitere Informationen zum Volksentscheid gegen Pflegenotstand

Unterschriftenliste zum Hamburger Gesetz für mehr Personal und gute Versorgung im Krankenhaus
Gesetzestext zum Hamburger Gesetz für mehr Personal und gute Versorgung im Krankenhaus


Unser Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus besteht aus Verbänden (wie SoVD, ver.di u.v.m.), die die Interessen von Patientinnen und Patienten sowie der Beschäftigten vertreten. Wir sind Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen mit verschiedenen Auffassungen zu gesundheitspolitischen Fragen, aber einig in der Überzeugung, dass dringend gehandelt werden muss.