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Stadtentwicklung: Holsten-Areal in Hamburg

SoVD-Landeschef Klaus Wicher zur anstehenden Bebauung:

„Hier werden Fehler der Vergangenheit mehr schlecht als recht ausgebügelt.“

Das Bezirksamt Altona hat nach eigenen Aussagen Bewegung in die seit Jahren anstehende Bebauung des Holsten-Areals gebracht. Offensichtlich gibt es einen neuen städtebaulichen Vertrag mit dem Projektentwickler. „Dass es überhaupt so weit kommen konnte, dass eine große innerstädtische Fläche zum Spekulationsobjekt wird, ist ein absoluter Skandal“, kritisiert Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg

Grundsätzlich begrüßt Wicher, dass es neue Aktivitäten bezüglich des Holsten-Areals gibt: „Es ist Teil eines neuen Wohngebiets mitten im Stadtteil und soll sich organisch an die jetzt schon bebauten Flächen des ehemaligen DB Geländes anfügen. Allerdings hat die Stadt nach dem Verkauf durch die Carlsberg Brauerei nur äußerst beschränkte Handlungsspielräume, die Fläche wurde zum Spekulationsobjekt und ich ahne, dass die Wohnungen, die dort gebaut werden, für die Normalhamburger*innen deutlich zu teuer sein werden.“

Immerhin müsse der Investor sich an den Drittelmix halten und mehr als 300 Wohnungen im untersten Mietpreissegment errichten. Grundsätzlich müsse die Stadt aber neue Instrumente entwickeln, um diesen Spekulationstendenzen auf dem Hamburger Wohnungsmarkt etwas entgegenzusetzen: „Das Holsten-Areal ist ein gutes Beispiel dafür, wie attraktiv die Entwicklung von Wohnungsbau für Investoren ist. Angesichts der Renditen, die sich dort erzielen lassen, muss die Politik deutlich stärkere Regulationsinstrumente an die Hand bekommen. Und die, die sie schon zur Verfügung hat, stärker nutzen. Ich denke da an die Vergabe von Grundstücken im Erbbaurecht und die Ausweitung des Vorkaufsrechts durch die Stadt. Und weil das Leben und Wohnen hier in Hamburg bundesweit mit am teuersten ist, muss sich die Stadt noch viel stärker bei der Entwicklung von größeren Wohnungsbauprojekten engagieren, sonst werden die Ambitionen von Spekulanten und Immobilienfonds nicht eingeschränkt.“ Wohnen müsse für alle Menschen in Hamburg bezahlbar sein: „Es darf nicht sein, dass die Einwohner*innen unserer Hansestadt die Hälfte und mehr ihres Einkommens für ihre Miete ausgeben müssen. Insofern bügelt der Bezirk Altona mit der neuen Vereinbarung, die übrigens noch gar nicht vom Planungsausschuss abgesegnet wurde, maximal und mehr schlecht als recht die Fehler der Vergangenheit aus. Ein Ruhmesblatt ist das Ganze bei weitem nicht!“

Geplant sind insgesamt 1.200 Einheiten, davon 365 geförderte Mietwohnungen mit einer Mietpreisbindung von 30 Jahren. 100 von den 335 weiteren Mietwohnungen sollen preislich gedeckelt vermietetet, 170 Wohnungen durch Baugemeinschaften realisiert werden. Der große lukrative Rest soll als Eigentumswohnung auf den Markt kommen.