„Junge Menschen brauchen mehr Beachtung in der Öffentlichkeit“ – anlässlich des Internationalen Tags der Jugend, am 12. August, fordert Klaus Wicher, Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V., mehr Verständnis für Kinder und Jugendliche und mehr Weitsicht bei politischen Entscheidungen: „Junge Menschen müssen das Recht haben, unbeschwert aufzuwachsen!“
Viele junge Menschen fühlen sich verunsichert und haben das Gefühl, dass die Politik sich nur marginal für sie interessiert: „Offenbar sieht die Politik junge Leute vor allem als Bewahrer unseres Rentensystems – ein gefährlicher Irrglaube. Junge Leute, vor allem diejenigen, die aus benachteiligten Familien kommen, brauchen eine gute Kinder- und Jugendarbeit und finanzielle Hilfe, weil der Schulranzen so teuer ist, oder die Klassenfahrt bezahlt werden muss. Statt an unseren nachfolgenden Generationen zu sparen, sollten wir sie voller Engagement unterstützen, denn sie sind unsere Zukunft.“
Die heutigen Kinder und Jugendlichen seien mit vielen Herausforderungen konfrontiert: „Corona, Kriege, Klimawandel – in wenigen Jahren hat sich viel in unserer Gesellschaft verändert. Diejenigen, die nicht aus gut situierten Familien kommen, merken schon sehr früh, dass sie benachteiligt sind.“ Dabei sei es kein Lebensverdienst in auskömmlichen Verhältnissen aufzuwachsen: „Der Zufall entscheidet, in welche Familie man hineingeboren wird. Trotzdem müssen alle die gleichen Startbedingungen haben, alle brauchen faire Chancen, sich zu entwickeln!“
Vor allem stört sich Wicher daran, dass die wertvollen Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die in Hamburg wichtige Anlaufstellen für benachteiligte junge Menschen sind, zu wenig wertgeschätzt werden, denn die Finanzierung steht jedes Jahr auf sehr wackeligen Beinen: „Dabei wird immer klarer, dass die außerschulische Bildung immens wichtig ist.“ Er fordert: „Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe für alle, dazu braucht es Inklusion und Integration aller jungen Menschen hier bei uns.“
Die heutigen Generationen dürften den nachfolgenden keinen gesellschaftlichen Trümmerhaufen hinterlassen: „Schon jetzt macht der Blick in die Zukunft vielen jungen Leuten Angst. Die Politik muss bei allen Entscheidungen stärker berücksichtigen, welche Lasten sie ihren Kindern und Kindeskindern zumutet. Ansonsten befürchte ich, dass sich die soziale Spaltung bald nicht mehr nur am Einkommen bemessen lässt, sondern auch daran, wie alt man ist und wie sehr man dem Staat damit auf der Tasche liegt. Auch besteht die Gefahr, dass dies von radikalen Gruppierungen genutzt wird.“
