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ÖPNV ist Daseinsvorsorge

SoVD Hamburg fordert Deutschland-Ticket zum Nulltarif für Bedürftige

Gerade war von der Hoffnung der Hamburger Hochbahn zu hören, dank 49-Euro-Ticket ab Frühjahr coronabedingte Verluste auszugleichen. Auch SoVD-Landeschef Klaus Wicher setzt auf mehr Fahrgäste – allerdings zu anderen Konditionen: „Wir halten nach wie vor 29 Euro für zielführend. Für Sozialleistungsbeziehende darf das Deutschland-Ticket nichts kosten.“

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg sieht den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge: „Mobilität ist Voraussetzung für soziale Teilhabe. Wer Tickets nicht bezahlen kann, bleibt außen vor. Fahrten mit Bus und Bahn müssen für alle ohne Einschränkungen bezahlbar sein. Wir brauchen in Hamburg daher entweder ein kostenfreies Sozialticket für Bedürftige oder ein Gratis-Deutschland-Ticket“, so Wicher.

Der SoVD tritt seit langem ein für die kostenlose Nutzung von Bus und Bahn für Empfänger:innen von Sozialleistungen. Wicher: „Menschen, die zum Beispiel Bürgergeld beziehen oder ihre Rente mit Grundsicherung aufstocken, sollen und müssen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. In einer Zeit, in der immer mehr auf staatliche Transferzahlungen angewiesen sind und die Inflation die Kosten des täglichen Unterhalts verzehrt, dürfen die Vorteile der mobilen Gesellschaft kein Privileg für wenige werden.“ 

In Hamburg wurde das Sozialticket 2003 abgeschafft. Seit 2009 gibt es eine „Sozialkarte“, die Sozialleistungsbeziehenden einen Rabatt gewährt. „Für Bedürftige sind die HVV-Tarife auch mit Sozialrabatt nicht leistbar. Das 9-Euro-Ticket war für viele ein Zugewinn an mobiler Lebensqualität.“, erklärt der Hamburger SoVD-Landesvorsitzende. Derweil verspätet sich das Nachfolgemodell wie die Bahn und es kostet 40 Euro mehr als der erfolgreiche Vorgänger. Für Wicher liegt genau da das Problem: „Der Preis ist zu hoch für Empfänger:innen von Transferleistungen. Wenn man schon jetzt nicht genügend Geld hat, um das Notwendigste kaufen zu können, dann ist für das Deutschland-Ticket nichts mehr da.“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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