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SoVD Hamburg begrüßt Bewegungen auf dem Wohnungsmarkt

Erst berichteten Medien, der Erste Bürgermeister habe Altonas Bezirksamtschefin Stefanie von Berg wegen vermeintlich zu wenig Baugenehmigungen kritisiert. Dann geht es los auf dem kleinen Grasbrook, wo 3.000 Wohnungen, ein Drittel sozial gebunden, gebaut werden sollen. Jetzt blockiert der Senat die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg: „Eine gute Maßnahme, um Mietraum zu erhalten – anstatt diesen scheibchenweise in Eigentum umzuwandeln und zu verkaufen.“

„Es ist lukrativer, ein Wohnhaus in einzelne Wohnungen zu filetieren und separat zu verkaufen, als in der Immobilie Mietwohnungen zu erhalten. Wir begrüßen es deshalb, wenn der Senat diese grassierende Ökonomisierung verhindert“, sagt Wicher weiter. Der soziale Wohnungsbau müsse aber eine wichtigere Rolle spielen.

Er erinnert den Senat daran, bezahlbares Wohnen schon 2011 zu einem „Kernthema“ gemacht und eine „Gesamtstrategie“ auf drei Pfeilern entwickelt zu haben. Olaf Scholz als Erster Bürgermeister in Hamburg gründete damals das „Bündnis für das Wohnen“: Neben der „gemeinwohlorientierten Bodenpolitik“ und einer „angebotsorientierten Stadtentwicklung“ gehört auch die „sozial stabilisierende Wohnungsbestandspolitik“ dazu. Ein Schwerpunkt ist die Förderung von mindestens 3.000 Neubau-Mietwohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindungen.

 „Das ist zu wenig“, kanzelt Wicher diese Pläne ab. Der Senat muss weiter den Neubau besonders von Sozialwohnungen forcieren. 5.000 Wohnungen pro Jahre seien das Minimalziel, um die hohen Mietpreise abzufedern. Er verweist  auf eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung: In deutschen Großstädten liegen fast 13 Prozent der Miethaushalte am Existenzminimum, wenn die Miete überwiesen ist. Betroffen seien auch in Hamburg besonders Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende und Ältere. „Es ist wohlfeil, die großen Straßen Altonas mit Sozialwohnungen zu flankieren und dies als Mobilitätswende zu verkaufen. Und es ist unfair, den sozialen Wohnungsbau in die Höhe zu treiben oder dort anzusiedeln, wo wenig Widerstand droht. Stadtteile wie Steilshoop oder Lurup brauchen keine weitere Sozialarchitektur im Großformat. Auch Sasel, Blankenese oder Niendorf bieten sich für sozialen Wohnungsbau an.“