Mehr Infrastruktur, mehr Anbindung an die Nachbarschaft und das Quartier – für Klaus Wicher wird Hamburg auf dem Weg zur Age-friendly City nicht ohne neue Senior:innenzentren auskommen können: „Sie wären die Anlaufstellen im Quartier, wenn es um den Kontakt zu Behörden, Beratung und Angebote gegen die Einsamkeit geht. Dafür kämpfen wir!“
Wicher begrüßt den Vorstoß der CDU Altona, die das Thema auf die Tagesordnung der Bezirksversammlung gesetzt hat: „Es wäre eine Chance für den Stadtteil und ein neuer ganzheitlicher Ansatz. Senior:innenzentren, die viele öffentliche, senior:innengerechte und auch ehrenamtliche Angebote unter einem Dach vereinen, sind attraktiv, verbinden die Menschen in der Nachbarschaft, schätzen das Ehrenamt wert und bieten Wege aus der Einsamkeit“, ist sich Wicher sicher.
Wohnen und Leben für Senior:innen enger miteinander zu verzahnen, sei entscheidend für mehr Altersfreundlichkeit in der Stadt: „Ein guter Ansatz für diejenigen, die in ihrem gewohnten Umfeld alt werden wollen und dann mehr Unterstützung brauchen. Damit solche Senior:innenzentren professionell und verlässlich geführt werden können, muss es darum festangestellte Mitarbeiter:innen geben.“
Angesichts der Altersentwicklung in Hamburg, gebe es beim Thema Senior:innenarbeit inzwischen dringenden Handlungsbedarf: „Anfang der 30er-Jahre wird jede:r Dritte 65 Jahre und älter sein. Diese neuen Alten werden andere Ansprüche haben. Sie brauchen ein gutes Netzwerk aus Beratung, Unterstützung und Angeboten – und das ganze Quartier könnte davon profitieren.“
Der Hamburger SoVD fordert seit vielen Jahren vom Senat, Senior:innenarbeit neu zu denken und für die Älteren Zentren zu entwickeln, die die Netzwerke in den Quartieren unter einem Dach vereinen.
Wicher ist davon überzeugt, dass ganzheitliche Senior:innenzentren die Zukunft sind: „Hamburg könnte sich damit als senior:innenfreundliche Weltstadt definieren. Dazu bräuchte es den Mut, das Thema nachhaltig anzugehen und jetzt mit dem Aufbau solcher neuen Angebote zu beginnen.“ Hierzu habe der SoVD Hamburg bereits vor Jahren ein tragfähiges Konzept nach dem Vorbild der Alten- und Servicezentren (ASZ) in München entwickelt: „Dort sind sie inzwischen sehr wichtige Anlaufstellen in den Quartieren. Hamburg kann sich da viel abschauen!“
