Presse SoVD-Landesverband Hamburg

Winternotprogramm

Der SoVD Hamburg unterstützt die Petition des ehemaligen Obdachlosen Jörg Petersen und des Straßenmagazins „Hinz&Kunzt“ – und fordert, allen Obdachlosen auch am Tag Unterkünfte anzubieten. Die Petition wird morgen an den Ersten Bürgermeister Olaf Scholz übergeben.

Das alljährliche Winternotprogramm der Stadt will verhindern, dass Menschen ohne Wohnung auf Hamburgs Straßen erfrieren. Rund 2.000 von ihnen leben ständig auf der Straße, für rund 800 gibt es in verschiedenen Einrichtungen Übernachtungsangebote. Allerdings stehen die Menschen nach einer Nacht im Warmen spätestens um 9.30 Uhr wieder im Freien und müssen selbst zusehen, wie sie der Winterkälte entkommen. „Sie sind dann tagsüber ständig auf der Suche nach einem warmen Ort, werden oftmals vertrieben und müssen wieder zurück in die Kälte. Das geht an die Substanz“, beschreibt der Hamburger SoVD-Chef Klaus Wicher die aktuelle Situation. Deshalb fordert der Hamburger SoVD schon seit langem mehr Offenheit seitens der Stadt: „Wir haben jedes Jahr aufs Neue im Verwaltungsausschuss der Sozialbehörde auf diese Problematik aufmerksam gemacht – leider bislang erfolglos.“

Deshalb unterstützt der SoVD jetzt die gemeinsame Petition des ehemaligen Obdachlosen Jörg Petersen und des Straßenmagazins „Hinz&Kunzt“ und ihren Appell an die Stadt, die Unterkünfte um das Winternotprogramm auch am Tage zu öffnen. „Es kann nicht sein, dass diese Menschen, die zumeist sowieso schon gesundheitlich schlecht aufgestellt sind, bis zum frühen Abend in der Kälte ausharren müssen! Das ist unmenschlich.“

Die Petition, die morgen Mittag an Bürgermeister Scholz übergeben wird, soll auch für Wohnungslose aus Osteuropa gelten, die laut der zuständigen Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration keinen Anspruch auf das Winternotprogramm haben. Allein in den ersten Wochen nach dem Start des Programms in diesem Winter waren mehr als 100 osteuropäische Obdachlose von der Stadt abgewiesen worden. Vielen von ihnen bleibt seitdem nichts Anderes übrig, als auf der Straße zu schlafen.

Zur Petition „Olaf Scholz: Winternotprogramm für Obdachlose auch am Tag!“


Der SoVD engagiert sich darüber hinaus für Initiativen, die Obdachlosen auch tagsüber Anlaufmöglichkeiten bieten, wie zum Beispiel den StützPunkt, den die Caritas am Klosterwall betreibt. Dort können Obdachlose tagsüber sicher ihr Hab und Gut aufbewahren, sich waschen und aufwärmen.
Weitere Infos zum StützPunkt für Obdachlose