Presse SoVD-Landesverband Hamburg

Wachsende Kinderarmut

Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) in Hamburg, fordert für die 62.000 Kinder und Jugendlichen, die in der Hansestadt von Hartz IV leben müssen, eine angepasste Grundsicherung und mehr kostenlose Angebote.

Die Zahl der Kinder, die auf Hartz IV angewiesen sind, steigt. Laut Bundesagentur für Arbeit sind 62.000 junge Menschen in Hamburg davon betroffen. Damit steigt die Zahl der Betroffenen in Hamburg im Vorjahresvergleich um 5,2 Prozent. Die Bundesagentur führt den relativ starken Anstieg im Wesentlichen auf die wachsende Zahl ausländischer Familien zurück, die von Jobcentern betreut werden und von Arbeitslosengeld II leben. „Hier brauchen wir mehr konstruktive Unterstützung der Kinder und Jugendlichen außerhalb der Familie“, fordert der Hamburger SoVD-Landesvorsitzende Klaus Wicher.

Seien die Lebensstrukturen im Hartz IV Status erst einmal verfestigt, hätten vor allem die Kinder wenig Perspektiven, aus diesem Milieu herauszukommen, weiß Wicher. Deshalb müssten Familien zusätzlich zu den geplanten beitragsfreien Kitas weiter entlastet werden: „Die Abschaffung der Gebühren für den Kita-Besuch ist schon mal eine große Erleichterung für einkommensschwache Familien. Aber wir brauchen deutlich mehr Signale im Kampf gegen die Kinderarmut. Dazu gehört zu allererst eine Grundsicherung für Kinder und Jugendliche, die auf ihren Bedarf abgestimmt ist.“

Außerdem sieht Wicher vor allem in der individuellen, niedrigschwelligen Unterstützung von Kindern aus Hartz IV Familien eine sinnvolle Maßnahme: „Wir können hier schon frühzeitig in Kita und Grundschule Weichen für diese Kinder stellen und sie ganz nach ihrem Bedarf fördern. Und das kostenfreie Essen dort sorgt nicht nur für eine ausgewogenere Ernährung, sondern trägt auch dazu bei, soziale Unterschiede im Alltag zu verringern.“ 

In diesem Zusammenhang lobte Wicher die Anstrengungen des Senats bei der inzwischen flächendeckend eingeführten kostenfreien Ganztagsbetreuung in Kitas und Grundschulen: „Dies hilft nicht nur den Kindern, sich besser zu entwickeln, sondern unterstützt auch die Eltern und besonders die Alleinerziehenden.“