Presse SoVD-Landesverband Hamburg

Sozialer Wohnungsbau: Hamburg droht ein Alterswohnproblem!

Studien zufolge haben 38 Prozent der deutschen Rentner überdurchschnittlich stark mit den hohen Mieten zu kämpfen. Senioren, die in Hamburg leben und weniger als 1.300 Euro im Monat zur Verfügung haben, müssen schon jetzt die Hälfte ihres Einkommens in die Wohnkosten investieren. „Wir können diesen Trend nur umdrehen, wenn wir wenigstens 5.000 neue Sozialwohnungen pro Jahr bauen“, fordert Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg. Den Betroffenen bleibe sonst bald nur noch eine Option: der Umzug, raus aus der Stadt.

Die steigenden Mieten werden für immer mehr Menschen in Deutschland zu einem existenziellen Problem. „Vor allem Armutsgefährdete und einkommensschwache Haushalte werden stark durch Mieten belastet. Besonders benachteiligt sind Alleinerziehende, Rentner sowie Menschen mit Migrationshintergrund“, sagt Klaus Wicher. Für den Hamburger SoVD-Chef gibt es nur einen Weg, das Problem anzugehen: „Auch auf Hamburg kommt ein Alterswohnproblem zu. Der Senat muss dringend mehr bezahlbaren Wohnraum für kleine und mittlere Einkommen schaffen.

Weil die Renten künftig schrumpfen, die Wohnkosten dagegen steigen, werden in der Zukunft immer mehr Senioren in kleinere Wohnungen umziehen müssen, prognostiziert Wicher: „Wo sollen sie hin? Auf dem Wohnungsmarkt müssen sie mit den vielen jüngeren Singles konkurrieren – und ziehen dabei meistens den Kürzeren.“ Für sie gebe es viel zu wenige kleine und barrierefreie Wohnungen.  

Vor allem für Senioren mit kleiner Rente sieht Wicher schwarz: „Derzeit beziehen in Deutschland drei Prozent der Rentnerinnen und Rentner Grundsicherung, in Hamburg sind es schon heute sieben Prozent. Aufgrund des demografischen Wandels und der steigenden Zahl von bedürftigen Seniorinnen und Senioren, wird dieser Anteil auf bis zu 35 Prozent steigen. Greifen Bund und Senat nicht existenziell ein, werden sich die Betroffenen die Mieten in der Großstadt dann nicht mehr leisten können.“ Wicher beschreibt das Szenario, das sich entwickeln könnte: „Die Rente ist klein, die Miete dagegen hoch. Zusätzlich müssen ältere Menschen deutlich mehr Geld für Hilfsleistungen und Pflege ausgeben. Das heißt: Langfristig wird dies zu einer Verschlechterung der Lebenssituation bei den Älteren führen.

Wicher fordert deshalb ein beherztes Eingreifen des Bundes durch ein Förderprogramm für kleine Wohnungen, die altersgerecht neu- oder umgebaut werden müssen: „Hohe Mieten sorgen schon heute dafür, dass ein tiefer Riss durch unsere Gesellschaft geht. Die Schere zwischen Arm und Reich wird weiter aufgehen. Das muss nicht nur der Bund, sondern auch der Hamburger Senat mit allen Mitteln verhindern!