Presse SoVD-Landesverband Hamburg

Betriebskantine Billstedt bleibt

Der Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg, freut sich über die Rettung der Betriebskantine in Billstedt – und unterstützt das Bündnis zur Armutsbekämpfung.

Die Kantine im Ortsamt Billstedt muss doch nicht schließen. Am Mittwoch hatte Falko Droßmann, Bezirkschef in Hamburg-Mitte, die frohe Botschaft verkündet. Die drohende Schließung ist abgewendet, der Betreiber wird die Einrichtung in Zukunft als private Gaststätte weiterführen. „Für die vielen Seniorinnen und Senioren dort, die nur wenig Geld haben, um sich ein warmes Mittagessen zu leisten, ist dies ein guter Tag“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband SoVD Hamburg.

Allerdings zeigt sich aus seiner Sicht hier auch ganz explizit ein Problem, das in unserer reichen Gesellschaft inzwischen allgegenwärtig ist. Denn die Betriebskantine versorgt Menschen mit günstigen und gesunden Mahlzeiten, ähnlich wie es die mehr als 900 Tafeln in Deutschland tun, die Bedürftige kostenlos mit Lebensmitteln versorgen. „Grundsätzlich ist es wichtig, dass sich Ehrenamtliche dafür einsetzen. Allerdings übernehmen sie hier eine Verantwortung, die eigentlich beim Staat liegt. Es kann nicht sein, dass immer mehr Menschen, egal welcher Herkunft, zu den Tafeln gehen müssen, weil sie sich nicht aus eigener Kraft versorgen können. Es ist ein Skandal, dass die politisch Verantwortlichen das seit Jahren bestehende gravierende Armutsproblem verharmlosen und keine Maßnahmen zur Lösung einleiten.“

Auch der SoVD Hamburg beteiligt sich deshalb an dem Bündnis von über 200 Verbänden, die fordern: „Arme Menschen nicht gegeneinander ausspielen! Sozialleistungen endlich erhöhen!“. Das Bündnis fordert angesichts der stetig steigenden Zahl von Bedürftigen endlich konstruktive Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und eine sofortige Anhebung der Regelsätze in der Grundsicherung für alle hier lebenden bedürftigen Menschen.


Alle interessierten Organisationen und Initiativen, auch lokal und regional aktive, sind eingeladen, den gemeinsamen Aufruf der über 30 bundesweit aktiven Organisationen zu unterstützen: der-paritaetische.de/aufruf