Direkt zum Inhalt springen

Presse SoVD-Landesverband Hamburg

SoVD Hamburg fordert Sofortstrategie für den sozialen Wohnungsbau

Die Wohnungswirtschaft kündigt bei den Neubauvorhaben einen massiven Rückgang der Bautätigkeiten an – immer mehr Stillstand im Wohnungsbau ist verheerend, denn parallel dazu fallen jeden Tag Sozialwohnungen aus der Mietpreisbindung, der Bestand schmilzt unweigerlich zusammen: „Der Senat muss jetzt handeln und Geld in die Hand nehmen, bevor es zu einer noch größeren Wohnungsnot kommt! Wir brauchen eine Sofortstrategie für mehr Sozialwohnungen und solche in den unteren Preissegmenten“, fordert Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.

Er warnt davor, dass sich der Kampf um Wohnungen in den unteren Mietsegmenten zuspitzen könnte. „Wir müssen sicherstellen, dass Leistungsberechtigte wie Hartz-IV-Empfänger:innen, Menschen und Familien mit kleinen Einkommen oder Asylsuchende genauso passenden Wohnraum finden wie Geflüchtete. Die Stadt muss explizit den sozialen Wohnungsbau forcieren und finanziell stärker unterstützen. Der Senat sollte bei Neubauprojekten eine Garantie für die Zeit des Bauens geben und eventuell anfallende Preissteigerungen beim Material ausgleichen. Außerdem muss sich die Stadt auf ihre eigenen Grundstücke besinnen und dort ganz klar den Schwerpunkt auf den sozialen Wohnungsbau legen, ohne dabei eine gute soziale Durchmischung aus dem Blick zu verlieren.“

Die Parameter für sozialen Wohnungsbau haben sich in den vergangenen Monaten schlagartig verschlechtert. Die Knappheit bei Baustoffen nimmt zu, die Preise fürs Bauen steigen deutlich an, ebenso die Zinsen für Kredite. Die Entwicklung wird durch die Ankündigung des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) bestätigt, der einen massiven Rückgang beim Wohnungsneubau ankündigt.

Dem steht eine veränderte Nachfrage gegenüber: Bundesweit werden wegen des Ukrainekriegs zusätzlich 500.000 Wohnungen gebraucht. „Hamburg ist eine attraktive Großstadt, in der sich viele Geflüchtete niederlassen wollen“, prognostiziert Wicher. „Bereits vor dem Ukraine-Krieg war die Wohnungsnot in den preisgünstigen Segmenten enorm hoch. Trotz der Wohnungsbauoffensive fehlte es schon in der Vergangenheit an einem ausreichenden Angebot. Nun kommen die Flüchtlinge dazu. Der Senat muss deshalb jetzt sofort seine Wohnungsbauförderung aufstocken, damit sich die Versorgungslage verbessert.“