Presse SoVD-Landesverband Hamburg

Welttag der sozialen Gerechtigkeit: Für Teilhabe und Chancengleichheit

Am 20. Februar ist Welttag der sozialen Gerechtigkeit. Der SoVD Hamburg nimmt den 2009 von den Vereinten Nationen eingeführten Gedenktag zum Anlass, mehr Solidarität, Chancengleichheit und damit die Teilhabe aller an unserer Gesellschaft einzufordern.

In Deutschland garantiert Artikel 20 des Grundgesetzes, dass alle Bürger*innen das Recht auf eine existenzsichernde Teilhabe an der Gemeinschaft haben. Vor allem soll eine Mindestsicherheit gewährleistet sein, die ein selbstbestimmten Leben in Würde ermöglicht. „Ein guter und richtiger Gedanke, den die Gründerväter und -mütter der Bundesrepublik da formuliert haben. Denn soziale Gerechtigkeit ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD), Landesverband Hamburg.

Dennoch sei auch 70 Jahre nach der Erstellung des Grundgesetzes vieles nicht erreicht: „Soziale Ungerechtigkeit ist ein weltweites Problem. Auch bei uns gibt es noch viel zu tun.“ Obwohl Deutschland zu den reichsten Industrienationen weltweit zähle, gebe es Brüche in unserer Gesellschaft: „Immer noch entscheiden Faktoren wie Herkunft, Alter, Geschlecht oder Religion darüber, welche Chancen man im Leben bekommt. Diese Faktoren verhindern auch, dass alle den gleichen Zugang zu Bildung bekommen, sich qualifizieren und durch Leistung den eigenen sozialen Status verbessern.“ Wicher appelliert an die Politik: „Soziale Gerechtigkeit braucht einen größeren Stellenwert bei allen politischen Entscheidungen.“

Darüber hinaus müssten soziale Sicherungssystemen gestärkt werden. „Darunter verstehe ich eine solidarische und einheitliche Kranken- und Pflegeversicherung, eine sogenannte Bürgerversicherung. Es darf an dieser Stelle keine Zwei-Klassen-Gesellschaft mehr geben. Ebenso muss die gesetzliche Rentenversicherung von Grund auf reformiert werden, damit der Lebensstandard am Lebensabend gesichert bleibt und vor Altersarmut schützt. Im Kampf gegen Armut brauchen wir weiterhin ein Grundsicherungs- und Sozialhilfesystem, dass fair ist und für eine echte Teilhabe an der Gesellschaft reicht, sowie deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum und vor allem mehr Sozialwohnungen.“

Wicher warnt davor, die Brüche in der Gesellschaft zu verharmlosen: „Wer sich vom Staat ungerecht behandelt fühlt, wird zugänglicher für politische Extreme und wird den notwendigen Wandel der Gesellschaft nicht mittragen. Dies müssen wir sehr ernst nehmen!“