Presse SoVD-Landesverband Hamburg

Equal Pay Day 2021: Traditionelle Rollenklischees aufweichen!

Der Aktionstag fällt dieses Jahr auf den 10. März und bezeichnet symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. „Hier tut sich seit Jahren zu wenig, Frauen gucken in Sachen Bezahlung immer noch in die Röhre“, kritisiert die Hamburger SoVD-Landesfrauensprecherin Susanne Langhagel.

Die Lohnungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen ist nach wie vor erschreckend groß: Derzeit beträgt sie 19 Prozent. „Umgerechnet auf die Arbeitszeit bedeutet das, dass Frauen im Vergleich zu Männern 69 Kalendertage unentgeltlich arbeiten. Deutschland liegt damit im europäischen Vergleich auf Platz 22 von 28!“, berichtet Langhagel.

„Dieses Ranking ist für ein so hoch entwickeltes, wirtschaftlich so gut aufgestelltes Land wie Deutschland ein absolutes Armutszeugnis“, befindet auch Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg. Er sieht verschiedene Gründe für die nach wie vor bestehende Lohnungleichheit:

  • Frauen arbeiten oft in Teilzeit oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen.
  • Frauentypische Berufe sind immer noch unterbewertet.
  • Trotz des seit 2017 geltenden Entgelttransparenzgesetzes werden Gehälter nach wie vor zu selten offengelegt.
  • Frauen unterbrechen oder reduzieren öfter ihre Erwerbstätigkeit für Pflege- und Sorgearbeit.

Aus Sicht des SoVD unterstützt der Staat zusätzlich die altbekannten Muster: Steuerliche Rahmenbedingungen wie beispielweise das Ehegattensplitting bedienen ein traditionelles Rollenbild genauso wie die beitragsfreie Mitversicherung der Ehefrau. Stattdessen sollte der Staat diese Ungerechtigkeiten abschaffen und mehr Maßnahmen fördern, die die gerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern zum Ziel haben.“, so Wicher.