Presse SoVD-Landesverband Hamburg

Corona: Teil-Lockdown ist richtig, aber bitte mit mehr Transparenz!

Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg, zu den Beschlüssen zur Pandemiebekämpfung:

„Die Vorgaben aus der Politik sind grundsätzlich richtig und müssen befolgt werden, damit wir diese Krise bewältigen können. Man kann immer monieren, dass manches zu spät kommt oder anders gemacht werden muss. Aber wer hat schon ein Patentrezept und kann mit absoluter Gewissheit behaupten, dass er den richtigen Weg kennt? Klar ist aber auch, dass wir nur mit vereinten Kräften das Virus in den Griff bekommen werden.Damit das gelingt, brauchen wir absolute Transparenz und eine offene Kommunikation bei den Entscheidungen, die uns alle betreffen.“, so Wicher.

Jede Maßnahme in der Pandemiezeit beinhalte Abwägungen, von der nicht alle profitieren, weiß Wicher: „Wichtig ist, dass die Wirtschaft so gestützt wird, dass sie weiterhin eine gute Chance darauf hat, nach der Krise möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen. Bei allen Maßnahmen dürfen wir aber nicht die Menschen vergessen, die mit ganz geringem Einkommen über die Runden kommen müssen. Sie haben es besonders schwer und sind bisher deutlich zu kurz gekommen. Diese Menschen fühlen sich benachteiligt und außen vor.“

Der Hamburger SoVD-Landeschef warnt davor, die subjektiven Bedenken in der Bevölkerung zu unterschätzen: „Ängste entstehen an dieser Stelle vor allem aus Unsicherheit, Unkenntnis und mangelnder Transparenz.“ Deshalb sei es umso wichtiger, ehrlich und offen mit den Entwicklungen, die die zweite Infektionswelle gerade mit sich bringen, umzugehen: „Die Pandemie fordert von uns allen, Entscheidungen zu treffen, die für uns ungewohnt und mit Einschnitten verbunden sind. Dennoch müssen sie sein, denn die Einhaltung der Regeln betrifft unser aller Zukunft. Deswegen gibt es hier kein Wenn und Aber.

Ohne die Zustimmung und den Rückhalt aus dem größten Teil der Bevölkerung, werden wir das Virus nicht in den Griff bekommen: Nur, wenn möglichst viele Verständnis für Einschränkungen in unserem Alltag haben, wird es den nötigen Rückhalt dafür geben, den wir brauchen, um das Virus zu schlagen.“ Jetzt werde es darauf ankommen, Risikokontakte zu vermeiden und besonders gefährdete Gruppen zu schützen: „Darauf schaut die Politik und das ist gut so!“

Wicher fordert, die Auswirkungen der aktuellen Einschränkungen in vier Wochen kritisch zu hinterfragen: „War dieser Teil-Lockdown der richtige erste Schritt, um zu einer langfristigen Strategie zu kommen und die Lage zu stabilisieren?“