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Preisanstieg im Hamburger Verkehrsverbund (HVV)

„Besonders Menschen mit kleinem Geldbeutel – und die gibt es viele in Hamburg – trifft die Preiserhöhung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hart. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.“

Der Hartz-IV-Regelsatz lag 2021 bei 446 Euro monatlich für Alleinstehende ohne Kind. 2022 gibt´s insgesamt 3 Euro und für „Verkehr“ 26 Cent mehr pro Monat. Der HVV verteuert das Großbereichs-Ticket um zehn Cent pro Fahrt.  

„Wer wenig Geld hat, ist auf Bus und Bahn angewiesen“, kritisiert Wicher. „Eine Erhöhung um zehn  Cent erscheint mäßig. Doch für die, die wenig haben, summiert sich der Anstieg. Und er kommt zu anderen Teuerungen hinzu.“ Er schlägt einen sozialpolitischen Bogen: „Wenn die Preise für Bus und Bahn steigen, ist das nur die Spitze des Eisberges. Viele können sich das soziale Leben  nicht mehr leisten. Mieten gehen durch die Decke. Die Kosten für Strom und Heizung und auch die Preise für Lebensmittel steigen mächtig an. Hamburg muss so souverän und mutig sein, eigene Wege zu finden, um dagegen zu steuern. Etwa durch eine vom Senat finanzierte Anhebung der Grundsicherung im Alter.“

Überfällig sei im Bereich des ÖPNV ein echtes Gratis-Sozialticket für Bedürftige. Wichers Ideen gehen bis zu einem „iÖPNV“, dem sogenannten individuellen Öffentlichen Personennahverkehr, in dem ein Info-System per App Leihfahrräder, Pedelecs, Busse, Carsharing und mehr vernetzt. „Solche Visionen sind gut, wenn sie berücksichtigen, dass Ältere ohne Lastenfahrrad einkaufen oder Kranke in die City zum Arzt kommen müssen.“ Er denkt aber auch an die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende. „Vor Corona konnte der ÖPNV Fahrgäste gewinnen. Dann stiegen viele wieder auf das virussichere Auto um. Wer den ÖPNV verteuert, bringt Autos nicht von der Straße und raubt der Wende den Drive.“  (hri)